Bereits seit vielen Jahrzehnten gibt es in Deutschland das Bausparen. Der Bausparvertrag ist der Klassiker unter den verschiedenen Formen der Immobilienfinanzierung. In der Regel wird ein solcher Vertrag bei einer Bausparkasse abgeschlossen, einem Kreditinstitut, das sich auf diese Form der Finanzierung von Immobilien spezialisiert hat.
Eine Immobilienfinanzierung mit Bausparen kombiniert einen Bausparvertrag mit einem späteren, zinsgünstigen Bauspardarlehen. Sie besteht aus Sparphase, Zuteilung und Darlehensphase.
Wie funktioniert ein Bausparvertrag zur Immobilienfinanzierung?
Du sparst zunächst Guthaben an, erhältst bei Zuteilung Anspruch auf ein fest verzinstes Darlehen und nutzt dieses zur Finanzierung deiner Immobilie oder Modernisierung.
Welche Vorteile hat Bausparen für die Immobilienfinanzierung?
Zu den größten Vorteilen zählen Zinssicherheit, staatliche Förderungen, hohe Planbarkeit und die Möglichkeit, auch in Niedrigzinsphasen langfristig gute Konditionen zu sichern. An den hier aufgeführten Informationen lässt sich erkennen, dass das Bausparen auch heute noch eine der günstigsten Möglichkeiten darstellt, den Bau oder Kauf der eigenen Immobilie zu finanzieren.
Welche Nachteile hat Bausparen bei der Finanzierung?
Häufig genannt werden lange Laufzeiten, begrenzte Darlehenshöhen und teilweise höhere Gesamtkosten, wenn der Bausparvertrag nicht optimal zum Bedarf passt. Nachteilig ist, dass es in der Regel recht lange dauert, bis ein Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Wer also gedenkt, sich seinen Immobilientraum innerhalb der nächsten ein- oder zwei Jahre zu verwirklichen, für den wird ein Bausparvertrag in aller Regel nicht in Frage kommen. Optimal ist, wenn dieser bereits in jungen Jahren abgeschlossen wird, so dass er in einem Alter, in dem die meisten an die Gründung einer Familie und den damit verbundenen Bau einer eigenen Immobilie denken, bereits zuteilungsreif ist.
Für wen lohnt sich eine Immobilienfinanzierung mit Bausparen?
Sie lohnt sich vor allem für Menschen, die langfristige Zinssicherheit wünschen, Modernisierung planen oder erst in einigen Jahren kaufen möchten.
Wie hoch sollte die Bausparsumme sein?
Die Bausparsumme richtet sich nach dem geplanten Finanzierungsbedarf. Ein typischer Richtwert: 30–50 % der Gesamtfinanzierung können über Bausparen laufen.
Wie lange dauert es, bis ein Bausparvertrag zuteilungsreif wird?
Je nach Tarif meist 5–10 Jahre. Faktoren sind Sparleistung, Tarifart und Bewertungszahl.
Kann man sofort ein Bauspardarlehen bekommen?
Ja – über sogenannte Vorausdarlehen oder Bauspar-Kombikredite. Dabei erhältst du sofort den Kredit, sparst parallel den Vertrag an und löst später das Vorausdarlehen ab.
Was ist ein Bauspar-Vorausdarlehen?
Ein Vorausdarlehen ermöglicht eine sofortige Finanzierung. Du zahlst zunächst nur Zinsen und sparst gleichzeitig den Bausparvertrag an. Nach Zuteilung wird umgeschuldet.
Welche staatlichen Förderungen gibt es beim Bausparen?
Je nach Einkommen und Vertrag: Wohnungsbauprämie Arbeitnehmersparzulage Riester-Förderung (Wohn-Riester) Arbeitgeberzuschüsse (VL) Wie hoch sind die Zinsen beim Bauspardarlehen? Bauspardarlehenszinsen liegen oft zwischen 1–3 %, abhängig vom Tarif. Der entscheidende Vorteil: Der Zinssatz ist vertraglich seit Beginn garantiert.
Welche Kosten entstehen bei einem Bausparvertrag?
Typische Kosten sind Abschlussgebühr (1–1,6 % der Bausparsumme), Kontoführungsgebühren und mögliche Darlehensgebühren.
Kann ich das Bauspardarlehen vorzeitig zurückzahlen?
Ja, eine Sondertilgung ist bei Bauspardarlehen meist kostenfrei möglich – ein großer Vorteil gegenüber Bankdarlehen.
Was passiert, wenn ich beim Bausparer weniger spare als geplant?
Die Zuteilung kann sich verzögern. Manche Anbieter bieten Tarifanpassungen oder Erhöhungen der Sparrate an.
Kann Bausparen bei der Anschlussfinanzierung helfen?
Ja. Viele nutzen Bausparen als Zinssicherung für die Anschlussfinanzierung, um sich frühzeitig günstige Darlehenszinsen zu sichern.
Wie flexibel ist ein Bausparvertrag während der Laufzeit?
Du kannst Sparraten anpassen, Sonderzahlungen leisten, die Bausparsumme erhöhen oder reduzieren – abhängig vom Tarif und Anbieter.
Eignet sich Bausparen für Modernisierung oder Sanierung?
Ja. Das Bauspardarlehen kann auch für Modernisierungen, energetische Sanierung oder Umbauten genutzt werden.
Wie wirkt sich Bausparen auf die Gesamtfinanzierung aus?
Bausparen kann die Finanzierung stabiler und planbarer machen, allerdings ist es oft nur ein Baustein neben Bankdarlehen oder KfW-Förderungen.
Was ist die Mindestansparung im Bausparvertrag?
In der Regel 30–50 % der Bausparsumme. Die genaue Quote hängt vom Tarif ab.
Wird beim Bauspardarlehen eine Grundschuld verlangt?
Ja, bei größeren Darlehenssummen ist eine Grundschuld üblich. Kleinere Modernisierungsdarlehen können manchmal ohne Grundschuldeintrag vergeben werden.
Ist Bausparen trotz gestiegener Zinsen sinnvoll?
Gerade in Hochzinsphasen wird Bausparen wieder attraktiv, weil die Darlehenszinsen oft deutlich unter den marktüblichen Hypothekenzinsen liegen.
Kann man mehrere Bausparverträge gleichzeitig nutzen?
Ja, viele kombinieren mehrere Verträge, um höhere Darlehenssummen oder mehr Förderungen zu erhalten.
Was passiert, wenn ich das Darlehen nicht benötige?
Du kannst das Guthaben inklusive Verzinsung auszahlen lassen oder den Vertrag weiter besparen. Manche Anbieter ermöglichen eine Tarifumstellung.
Wie läuft das Bausparen genau ab?
Bei Abschluss des Bausparvertrages wird eine bestimmte Bausparsumme im Vertrag festgelegt. Gleichzeitig wird geregelt, welchen Anteil an dieser Bausparsumme der Bausparer selbst aufzubringen hat und in welcher Zeit dies geschehen soll. Nach Abschluss des Bausparvertrages beginnt die so genannte Ansparphase. In diesem Zeitraum zahlt der Bausparer monatlich festgelegte Summen in den Bausparvertrag ein. Dies geschieht so lange, bis der im Bausparvertrag festgelegte Eigenanteil angespart ist. Dieser Anteil kann im Bausparvertrag übrigens in einer absoluten Geldsumme, aber auch in einem prozentualen Anteil der gesamten Bausumme angegeben werden.
Der Bausparen zahlen Sie also nun so lange seine monatlichen Raten, bis der festgelegte Eigenanteil erreicht ist. Ist dies der Fall, kann der Bausparvertrag schließlich zugeteilt werden. Das bedeutet, der Bausparer erhält von der Bausparkasse die Differenzsumme zwischen seinem eigenen Anteil und der festgelegten Gesamt-Bausumme von der Bausparkasse als Darlehen zur Verfügung gestellt. Nun verfügt der Bausparer über das nötige Kapital, um den Bau oder Kauf der Immobilie durchzuführen. Den zur Verfügung gestellten Darlehensanteil der Bausparkasse zahlt er anschließend wiederum in monatlichen Raten ab.
Was macht Bausparen interessant?
Was das Bausparen in Deutschland so interessant macht, sind die Vergünstigungsmaßnahmen und Förderungen, die dem Bausparer von Seiten des Staates dafür gewährt werden. Zu diesen Maßnahmen zählen zum Beispiel die vermögenswirksamen Leistungen, die staatliche Wohnungsbauprämie oder auch die Arbeitnehmersparzulage. Hinzu kommt, dass der Bausparer den im Vertrag festgelegten Eigenanteil nicht komplett aus eigenen Mitteln bezahlen muss, sondern diesem auf seine Einzahlungen regelmäßige Zinsgutschriften gewährt werden, mit denen sich die Bausparsumme automatisch Stück für Stück erhöht. Zählt man dann noch die staatlichen Prämien hinzu, lässt sich durch den Abschluss eines Bausparvertrages die gewünschte Immobilie in der Regel recht günstig finanzieren.
Ebenfalls kommt dem Bausparer zugute, dass bereits bei Abschluss des Bausparvertrages in der Regel die Zinssätze für das Darlehen mit festgelegt werden. Entwickeln sich in der Ansparphase die Zinssätze dann für den Bausparer negativ, profitiert er davon, dass diese bereits vertraglich festgelegt sind. Selbstverständlich sollte ein Bausparvertrag nicht abgeschlossen werden, ohne dass er entsprechend abgesichert wird. Dabei werden in der Regel mehrere Absicherungsmaßnahmen mit in die Finanzierung integriert, zum Beispiel eine bereits vorhandene Risikolebensversicherung und später der entsprechende Grundbucheintrag für die Immobilie. Die Bausparkasse erreicht damit, sich gegen alle Eventualitäten abzusichern. Verstirbt beispielsweise der Bausparer, bevor er das von der Bausparkasse zur Verfügung stellte Darlehen vollständig zurückgezahlt hat, kann die Risikolebensversicherung einspringen und die noch offenen Beträge vollständig abbezahlen. Im Falle einer Insolvenz des Bausparers kann sich die Bausparkasse dagegen auf den Grundbucheintrag berufen und somit die Immobilie verwerten, woraufhin der damit eingenommene Kapitalbetrag zur Abzahlung des Darlehens verwendet werden kann. Ob der Bausparvertrag bereits zuteilungsreif ist, hängt im Übrigen nicht nur von der bereits vergangenen Zeit und den monatlichen Einzahlungen ab. Es gibt ein spezielles Bewertungssystem, an dem die Bausparkassen errechnen können, ob ein Bausparvertrag schon zuteilungsreif ist oder noch nicht. In dieses Bewertungssystem fließen sowohl die bereits eingezahlten Beträge des Bausparvertrags ein, als auch die daraus resultierenden Zinseinnahmen sowie alle von staatlicher Seite gewährten Förderungen. Aus diesem Kapital und der Zeit, die der Bausparvertrag bereits besteht, errechnen die Bausparkassen eine Bewertungszahl. Entspricht diese einer festgelegten Grenze oder liegt sogar darüber, kann der Bausparvertrag dem Kunden zugeteilt werden.
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