Dispokredit – beantragen oder lieber keinen Dispo?

Bereits seit über 40 Jahren stellen die Banken in Deutschland ihren Kunden den so genannten Dispositionskredit zur Verfügung. Bei dieser, in Kurzform auch als „Dispo“ oder „Dispokredit“ bezeichneten Rahmenfinanzierung handelt es sich um eine geduldete Überziehungsmöglichkeit für das private Girokonto. Diese wird von der Hausbank bei einem entsprechenden Umsatzvolumen auf dem Konto einmal eingeräumt und kann vom Kunden fortan nach Belieben genutzt werden. Man spricht dabei auch vom Dispositionsrahmen.

Die Höhe der Zinsen beim Dispokredit verschiedener Banken und Sparkassen zeigt unser Girokontenvergleich.

Dispokredit FAQ – Häufig gestellte Fragen & Antworten zum Dispositionskredit

Was ist ein Dispokredit?

Ein Dispokredit, eigentlich heißt es Dispositionskredit, ist eine geduldete Überziehung für ein Girokonto. Die Bank legt im Rahmen von einem Dispokredit einen gewissen Betrag fest, um dem Sie Ihr Girokonto überziehen dürfen. Hinsichtlich der Rückzahlungsmodalitäten sind Sie als Kunde meist sehr flexibel. Das bedeutet, Sie können Ihren Dispokredit in frei wählbaren Raten und über einen ebenfalls frei wählbaren Zeitraum zurückzahlen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich der regelmäßige Gehaltseingang auf dem Konto in dieser Zeit nicht ändert. Die meisten Banken sehen für den Fall, dass das Konto nicht mehr wie ursprünglich vereinbart genutzt wird, eine sofortige Rückzahlung des gesamten in Anspruch genommenen Dispokredit, also dem Betrag mit dem sich das Konto im Minus befindet, vor. Bei schlechter Bonität oder ohne regelmäßigen Gehaltseingang erhalten Sie in der Regel keinen Dispokredit auf das Girokonto. Sie verfügen damit über ein reines Guthabenkonto, dass ohne ein entsprechendes Guthaben nicht genutzt werden kann.

Welche Voraussetzungen müssen für einen Dispokredit erfüllt sein?

Grundsätzlich muss der Inhaber eines Girokontos, sofern er einen Dispositionskredit eingeräumt bekommen möchte, volljährig sein, das heißt das 18. Lebensjahr überschritten haben. Einige Kreditinstitute bieten zwar mittlerweile auch Dispokredite für Kinder und Jugendliche an, dabei handelt es sich aber meist um sehr geringe Kreditrahmen, die wie hier nicht zu einem regulären Dispositionskredit zählen.

Über die Volljährigkeit hinaus muss der Kontoinhaber in der Regel noch weitere Voraussetzungen erfüllen, um einen Dispositionsrahmen auf sein Girokonto zu erhalten. Ohne festes Arbeitsverhältnis mit regelmäßigem monatlichen Gehaltseingang wird heute kaum noch ein Kreditinstitut einen Dispo vergeben. Wie hoch dieser Gehaltseingang ausfällt, spielt allerdings nur eine Nebenrolle, da der Dispositionskredit stets auf die Höhe des Gehaltseingangs abgestimmt wird.

Wird beim Dispokredit eine Schufaauskunft eingeholt ?

Das Thema Schufa wird von den Kreditinstituten ganz unterschiedlich gehandhabt, ob vor der Einwilligung zu einem Dispokredit eine Schufaauskunft eingeholt wird oder nicht liegt an der jeweiligen Bank. Wer schon langjähriger Kunde bei seiner Hausbank ist und bewiesen hat, dass er mit seinem monatlichen Gehaltseingang gut zurechtkommt, bei dem wird die Bank in der Regel keine Schufaauskunft einholen. Soll jedoch für ein Konto ein Dispo vergeben werden, das ganz neu eröffnet wird oder welches nicht vorrangig als Gehaltskonto genutzt wird, so ist eine die Schufaabfrage obligatorisch und Voraussetzung für die Erteilung des Dispositionskredit. Das gilt übrigens auch für alle Freiberufler und Selbstständigen, die ihr Gehalt nicht monatlich von einem Arbeitgeber gezahlt bekommen.

Erhalte ich einen Dispo mit negativem Schufaeintrag?

Wichtig zu wissen ist, dass nicht jede unbezahlte Rechnung, für die irgendwann eine erste oder zweite Mahnung ins Haus flattert, zu einem Schufaeintrag führt. Damit ein Eintrag bei der Schufa erfolgt, müssen Sie sich schon etwas mehr geleistet haben. In der Regel erfolgt ein solcher Eintrag erst dann, wenn ein Vollstreckungsbescheid gegen Sie vorliegt und durchgeführte wird, beziehungsweise in der Vergangenheit wurde. Auch bei der Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung (der so genannte Offenbarungseid) ist der Eintrag bei der Schufa unausweichlich. Beim gerichtlichen Mahnbescheiden erfolgt dagegen in der Regel noch kein Eintrag in die Schufa, sofern der Schuldner seinen Rückstand innerhalb der im Bescheid vorgegebenen Frist ausgleicht.

Wer dagegen ein festes Arbeitsverhältnis vorweisen kann und in der Vergangenheit keine Probleme hatte, eventuell in Anspruch genommene Kredite oder Ratenfinanzierungen zurück zu zahlen, der wird einen Dispositionsrahmen ohne Probleme eingeräumt bekommen. Viele Banken kommen von sich aus auf den Kontoinhaber zu, wenn das betreffende Bankkonto seit einiger Zeit besteht und regelmäßig für die Gehaltseingänge genutzt wird. Allerdings gibt es auch immer noch Kreditinstitute, bei denen der Kunde selbst aktiv werden muss, wenn er einen Dispositionskredit eingeräumt bekommen möchte.

Was sind die Voraussetzungen beim Dispositionskredit für Selbstständige?

Das Thema Selbstständige und Freiberufler haben wir bereits angeschnitten. Hierzu gibt es jedoch noch etwas mehr zu sagen. Grundsätzlich steht ein Dispositionskredit auch für Selbstständige zur Verfügung, allerdings sind die Kreditinstitute bei der Vergabe dieser Kreditform an Selbstständige und Freiberufler in der Regel etwas vorsichtiger als bei Privatpersonen und es müssen einige Voraussetzungen mehr erfüllt werden. Im übrigen ist der Dispo nicht mit einem Kontokorrentkredit zu verwechseln, da dieser ausschließlich auf ein Geschäftskonto gewährt wird und völlig anderen Bedingungen und Voraussetzungen unterliegt. Dispositionskredite werden dagegen nur auf privaten Konten eingeräumt.

Wie einen Dispo beantragen?

Bei Girokonten, die für die regelmäßigen monatlichen Gehaltseingänge genutzt werden, kann der Kunde in der Regel einen Dispokredit beantragen. Viele Kreditinstitute kommen jedoch ihren Kunden zuvor und räumen einen Dispositionskredit bereits direkt bei Eröffnung des Kontos oder nach einer gewissen Bestandszeit automatisch ein. In diesem Fall erhalten Sie entweder einen Brief von der Bank, in dem Ihnen mitgeteilt wird, dass fortan ein Dispositionsrahmen für Sie zur Verfügung steht. Manche Banken machen sich jedoch diese Mühe gar nicht und teilen dem Kunden lediglich über seinen Kontoauszug mit, dass ihm ein Dispositionsrahmen eingeräumt wurde. In diesen Fällen müssen Sie Ihren Dispokredit also nicht selbst beantragen.

Wie kann man einen Dispositionskredit bei Direktbanken beantragen?

Mittlerweile gibt es allerdings auch eine ganze Reihe von Banken, Sparkassen und Kreditinstituten, die ihren Kunden nicht mehr automatisch einen Dispositionskredit auf das Girokonto einräumen. In allererster Linie handelt es sich dabei um Internet- oder Direktbanken, bei denen die Bürokratie beziehungsweise der Verwaltungsaufwand so gering wie möglich gehalten werden muss. Bei diesen Banken ist der Kunde in der Regel selbst gefordert. Da Direktbanken kein eigenes Filialnetz treiben, kann der Kunde hier seinen Dispokredit entweder über das Internet, durch einen Anruf bei der Bank oder per Brief beantragen. Oftmals werden auch im Internet bereits fertige Formulare zur Verfügung stellt, die Sie zum Beantragen eines Dispokredit anschließend nur noch ausfüllen und abschicken müssen.

Bekommt jeder einen Dispokredit?

Im Zuge der allgemein schwierigen Wirtschaftslage sind die Banken bei der Vergabe von Dispokrediten heute wesentlich vorsichtiger geworden, als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Es gibt bereits Kreditinstitute, die ihre Dispositionskredite nur noch ab einer bestimmten Einkommenshöhe zur Verfügung stellen, beziehungsweise diese nur noch langjährigen Kunden anbieten. Was können Sie in diesem Fall tun? Am besten sprechen Sie direkt am Telefon mit einem Mitarbeiter der Bank und schildern diesem Ihren Wunsch nach einem Dispokredit. Bekommen Sie als Antwort, dass dies momentan und auch generell nicht möglich ist, so kann es helfen, in einem sachlichen und freundlichen Ton mit dem Wechsel zu einem anderen Kreditinstitut zu drohen. Oftmals wird Ihnen in diesem Fall doch plötzlich ein Dispositionsrahmen zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich funktioniert diese Taktik nur, wenn Sie die nötigen Voraussetzungen zur Inanspruchnahme eines Dispokredit erfüllen.

Verfügen Sie also beispielsweise nicht über ein festes Arbeitsverhältnis, so wird auch ein sanfter Druck auf die Bank in der Regel nichts bewirken. Für Ehepaare gibt es übrigens die Möglichkeit, gemeinsam einen Dispokredit für das Gemeinschaftskonto beziehungsweise Familienkonto zu beantragen. In diesem Fall müssen bei den meisten Banken nicht beide Ehepartner berufstätig sein. Es reicht in der Regel aus, wenn ein Familienmitglied in einem festen Angestelltenverhältnis arbeitet. Der Antrag zur Inanspruchnahme eines solch gemeinsamen Dispositionskredites muss dann allerdings von beiden Ehepartnern ausgefüllt und unterschrieben werden.

Wer erhällt einen Dispositionskredit?

Wenn Sie ein Girokonto mit einem regelmäßigen Gehaltseingang besitzen, wird Ihnen die Bank entweder direkt bei Kontoeröffnung oder auch zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit einräumen, das Konto bis zu einer festgelegten Grenze zu überziehen. Diesen finanziellen Verfügungsrahmen bezeichnet man auch als Dispositionskredit oder umgangssprachlich als Dispokredit. Wie hoch dieser Rahmen ausfällt, ist von Kreditinstitut zu Kreditinstitut verschieben. Als Regelwert gilt jedoch: Meist wird der Dispositionskredit in einer Höhe von etwa zwei bis drei Nettogehälter festgelegt.

Wozu kann der Dispositionsrahmen genutzt werden?

Wer über regelmäßige monatliche Umsätze auf seinem Girokonto verfügt, möchte auch bei der Anschaffung von etwas teureren Gegenständen stets finanziell flexibel bleiben. Kurzfristiger Kapitalbedarf soll möglichst ohne die Erledigung großer Formalitäten gedeckt werden können. Ein Beispiel: Sie möchten einen neuen Fernseher kaufen, wozu der aktuelle Saldo Ihres Girokontos allerdings nicht ausreicht. In diesem Fall könnten Sie den umständlichen Weg gehen und einen Klein- beziehungsweise Ratenkredit beantragen. Allerdings müssen Sie hier zunächst Ihr Kreditinstitut aufsuchen, entsprechende Gehaltsnachweise mitnehmen und einen Vertrag ausfüllen. Dieser muss dann geprüft werden, so dass das Geld frühestens in ein paar Tagen ausgezahlt werden kann. Mit einem Dispositionskredit fällt dieser organisatorische und bürokratische Aufwand komplett weg. Sie können Ihr Konto bis zu einem gewissen Betrag überziehen und sich so den Wunsch nach einem neuen Fernseher sofort erfüllen. Nach dem nächsten Gehaltseingang sollte das Konto wieder ausgeglichen sein – und wenn nicht, dann eben erst mit dem übernächsten. Es steht Ihnen also völlig frei, den in Anspruch genommenen Betrag auch erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf das Konto einzuzahlen. Wie Sie an dem genannten Beispiel ersehen, gibt es für die Rückzahlung eines Dispokredit keine festen Vorschriften. Sofern Ihr Gehalt weiterhin regelmäßig eingeht, können Sie die Rückzahlungszeit und die Ratenhöhe beim Dispokredit völlig frei bestimmen. Sie können den Dispokredit entweder als Einmalbetrag zurückzahlen oder auch in frei wählbaren Teilbeträgen beziehungsweise Raten.

Wie hoch ist der Dispokredit für mein Girokonto?

Wie hoch der Kreditrahmen für den Dispokredit ausfallen kann kommt ganz darauf an, welchen monatlichen Geldeingang Ihr Girokonto verzeichnet und wie großzügig das Kreditinstitut ist. Ein üblicher Rahmen für Überziehungskredite bei deutschen Banken ist zwei bis drei Monatsgehälter. Das bedeutet: Wenn Sie ein Gehalt von 2.000 Euro im Monat auf Ihr Konto überwiesen bekommen, wird Ihnen die Bank in der Regel einen Überziehungskredit in Höhe von circa 5.000 Euro zur Verfügung stellen. Jedoch spielt nicht nur der monatliche Geldeingang auf dem Girokonto eine entscheidende Rolle für den Kreditrahmen, sondern auch die persönliche Bonität. Gab es beispielsweise in der Vergangenheit schon einmal Schwierigkeiten mit der Rückzahlung eines Kredites und wurden diese Schwierigkeiten in Ihrer Schufa-Akte vermerkt, so wird es kaum eine Bank geben, die Ihnen in diesem Fall noch einen Überziehungskredit für Ihr Girokonto anbietet. In diesem Fall müssen Sie mit einem reinen Guthabenkonto vorlieb nehmen.
Die Antwort auf die Frage „wie viel Dispo erhalte ich?“ hängt von mehreren ausschlaggebenden Faktoren ab. Wichtigster Punkt ist dabei die Höhe Ihres Gehalts, welches jeden Monat auf dem Konto eingeht. Über den Daumen gepeilt lässt sich sagen, dass ein Dispokredit in der Regel zwei- bis dreimal so hoch gewährt wird, wie der monatliche Geldeingang auf dem Gehaltskonto beträgt. Bei Personen, die schon sehr lange Kunde ein- und desselben Kreditinstitutes sind, kann jedoch auch ein wesentlich höherer Rahmen gewährt werden. Bei vielen Kreditinstituten fließen außerdem zusätzliche Faktoren, wie zum Beispiel eventuell vorhandene Einträge in der persönlichen Schufaauskunft, mit in die Entscheidung ein, ob und in welcher Höhe der Dispokredit gewährt wird. Wichtig zu wissen ist, dass der Dispokredit nicht mit einem herkömmlichen Ratenkredit zu verwechseln ist. Der Dispokredit ist vor allem dafür gedacht, lediglich kurzfristige finanzielle Engpässe flexibel zu überbrücken. Wer dauerhaft seinen Dispokredit in Anspruch nimmt, macht in finanzieller Hinsicht ein schlechtes Geschäft, da hier die Zinssätze in der Regel recht hoch liegen. Gerade bei höheren Kreditbeträgen welche nicht so schnell ausgeglichen werden können fährt man im Vergleich mit einem normalen Ratenkredit meist günstiger.

Kann man einem Dispokredit kündigen?

Selbstverständlich kann der Dispokredit – wie jeder andere Kredit auch – von Seiten des Kreditinstitutes oder auch vom Kontoinhaber jederzeit gekündigt werden. In der Regel ist hierbei eine Frist von einem Monat vorgesehen. Eine fristlose Kündigung ist vor allem von Seiten des Kreditinstitutes jedoch auch möglich, zum Beispiel dann, wenn fortan keine Gehaltszahlungen mehr auf dem Girokonto eingehen oder der Dispositionsrahmen des Dispokredit über einen längeren Zeitraum bis ans Limit ausgereizt wurde.

Kann ein Dispokredit gepfändet werden?

In Deutschland ist im Pfändungsrecht festgelegt, dass Dispositionskredite erst dann gepfändet werden können, wenn der Kunde sie in Anspruch nimmt. Das heißt im Umkehrschluss: nicht genutzte Dispositionsrahmen können auch nicht gepfändet werden. Der Kunde muss also seinen Dispokredit durch eine Barabhebung oder auch eine Überweisung an ein anderes Konto zunächst aktivieren, bevor dieser gepfändet werden kann. Doch auch in diesem Fall kann der Dispokredit nur bis zu der Höhe gepfändet werden, welche der Kunde genutzt hat. Ist der Dispositionsrahmen größer, kann der darüber hinausgehende Betrag, welcher nicht in Anspruch genommen wurde, auch nicht gepfändet werden.
Die Kosten für die Inanspruchnahme eines Dispokredit sind nicht zu unterschätzen. Bei den Kosten reden wir in erster Linie von den Zinssätzen. Sie liegen bei einem Dispokredit meist deutlich über denen eines gewöhnlichen Ratenkredites. Um etwas konkreter zu werden: Die Zinssätze für einen Dispokredit bewegen sich in der Regel zwischen 10 und 20 Prozent. Warum sind diese Kosten so hoch? In erster Linie bezahlen Sie hiermit die Flexibilität, welche Ihnen der Dispokredit bietet. Sie sind in der Rückzahlung dieses Kredites nahezu völlig frei, können die Ratenhöhe sowie die Zeitdauer der Rückzahlung komplett selbst bestimmen. Für die Bank bedeutet das allerdings, dass sie nicht fest mit einer Rückzahlung des Kapitals rechnen kann. Aus diesem Grund muss das Kreditinstitut die Unsicherheit durch höhere Kosten kompensieren, die der Kunde dann in Form von Zinsen für die Inanspruchnahme des Dispokredit zu zahlen hat. Daraus folgt: Einen Dispokredit sollten Sie nach Möglichkeit immer nur sehr kurzfristig in Anspruch nehmen, um die Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben.

Wie zahlt man den Dispositionskredit zurück?

Die meisten Banken lassen Ihnen bei der Rückzahlung Ihres Dispokredit völlig freie Hand. Sofern auf dem Girokonto weiterhin die monatlichen Geldeingänge zu verzeichnen sind, können Sie das Konto auch dauerhaft überziehen, ohne dadurch Probleme zu bekommen und den in Anspruch genommenen Betrag nach eigenen Ermessen zurückzahlen. Allerdings entstehen Ihnen hierbei sehr hohe Kosten, die nach Möglichkeit durch eine kurzfristige Rückzahlung des Dispokredit vermieden werden sollten. Soll heißen: Experten empfehlen, einen Dispokredit höchstens für die Dauer von zwei bis drei Monaten in Anspruch zu nehmen und in dieser Zeit das Konto zumindest wieder auf Null zu bringen. Ist es Ihnen nicht möglich den Dispokredit in dieser Zeit zurückzuzahlen , so ist es finanziell besser, einen herkömmlichen Ratenkredit in Anspruch zu nehmen, anstatt das Girokonto bis zum Anschlag zu überziehen. Fazit: Ein schnelles Zurückzahlen von einem Dispokredit spart Kosten.

Welche Vorteile bietet ein Dispokredit?

Größter Vorteil vom Dispokredit bei der Überziehung eines Girokontos ist die völlige Flexibilität für den Kunden. Benötigt er Kapital, welches momentan nicht auf dem Girokonto zur Verfügung steht, so kann er dieses jederzeit bis zum vom Kreditinstitut genehmigten Rahmen überziehen. Der Vorteil ist also, dass der Bankkunde nicht erst einen Kreditantrag stellen und dessen Bewilligung abwarten muss, um kurzfristig an Kapital zu kommen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Rückzahlung. Der Kunde ist wesentlich flexibler, als beispielsweise bei einem herkömmlichen Ratenkredit. Als Bankkunde kann man die Ratenhöhe sowie die Dauer der Rückzahlung bei einem Dispokredit nahezu frei bestimmen, sofern weiterhin ein regelmäßiger Gehaltseingang auf dem Konto erfolgt. Daraus ergibt sich beispielsweise der große Vorteil, den kompletten Dispokredit auch in einer großen Rate zurückzahlen zu können, wenn sich Ihnen finanziell die Möglichkeit dazu bietet. Bei Ratenkrediten ist dies oft nur dann möglich, wenn gleichzeitig eine Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank bezahlt wird. Für den Kreditnehmer entstehen damit zusätzliche Kosten.

Welche Nachteile hat ein Dispokredit?

Es gibt im Grunde genommen nur einen einzigen Nachteil mit dem man einen Dispokredit in Verbindung bringen könnte: die Kosten. Dieser Nachteil ist allerdings so gravierend, dass die Inanspruchnahme eines Dispokredit in vielen Fällen nicht ratsam ist. Die Zinssätze für Dispokredite liegen bei vielen Banken so hoch, dass ein Ratenkredit wesentlich günstiger ist, besonders dann, wenn die Rückzahlung über einen längeren Zeitraum erfolgen soll. Überziehen Sie jedoch Ihr Girokonto bis zum Anschlag und zahlen anschließend den Dispositionskredit über Monate nicht zurück, so werden Sie viel Geld unnötig verschwenden.

Bekommt man zum Girokonto immer einen Dispokredit?

Bei vielen Girokonten ist dieser Dispositionsrahmen heute ein fester Bestandteil des Angebots, der dem Kunden – unter Voraussetzung einer ausreichenden Bonität – von Anfang an zugestanden wird. Wird das betreffende Konto allerdings nicht für den Gehaltseingang benutzt, muss ein Dispokredit in der Regel separat beantragt werden. Hier ist zunächst der Nachweis einer entsprechenden Bonität notwendig, beziehungsweise die Bank wird die Schufaauskunft des Kunden selbstständig abfragen.
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Wie hoch sind die Zinsen beim Dispokredit?

Bei vielen anderen Fragen haben ausschließlich die Vorteile von einem Dispokredit beleuchtet. Da wird es Zeit, die Zinsen beim Dispokredite zu betrachten, also hinter die Kulissen zu schauen und das Augenmerk auch auf die Nachteile dieser Kreditform zu richten. Insbesondere bei der Höhe der Zinssätze schneidet der Dispokredit in der Regel im Vergleich mit anderen Kreditformen sehr schlecht ab. Im Umkehrschluss bedeutet das: Die Zinsen für einen Dispositionskredit liegen im Durchschnitt ein ganzes Stück höher, als beispielsweise bei einem herkömmlichen Ratenkredit. Daran erkennt man, dass der Dispo nicht als dauerhafter Kredit konzipiert wurde, sondern lediglich kurzfristige finanzielle Engpässe überbrücken soll.

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Was sind Sollzinsen beim Dispositionskredit?

Betrachtet man die Zinsen für einen Dispokredit, muss man zunächst zwischen den normalen Sollzinsen und den Überziehungszinsen unterscheiden. Die so genannten Sollzinsen fallen dann an, wenn der Dispositionsrahmen in Anspruch genommen wird. Sie werden taggenau abgerechnet und in der Regel quartalsweise dem Kontoinhaber belastet. Wer also seinen Dispokredit lediglich bis zum festgelegten Rahmen in Anspruch nimmt, wird mit den im folgenden beschriebenen Überziehungszinsen nichts zu tun haben.

Gibt es Überziehungszinsen beim Dispokredit?

Der Fall, Überziehungszins beim Dispokredit, tritt nur dann ein, wenn der eigentlich gesteckte Dispositionsrahmen noch weiter überschritten wird. Dazu muss man wissen, dass viele Kreditinstitute dem Kontoinhaber kurzfristig gewähren, sein Girokonto über den festgelegten Dispositionsrahmen hinaus zu belasten. Für diese zusätzlich in Anspruch genommenen finanziellen Mittel fallen spezielle Überziehungszinsen an. Naturgemäß liegen diese noch ein ganzes Stück höher als die normalen Sollzinsen für den Dispokredit. Wie man an diesen Ausführungen erkennt, sollte es nach Möglichkeit vermieden werden, sein Konto über den gewährten Dispositionsrahmen hinaus weiter zu belasten. Die Zinssätze dafür liegen meist horrend hoch. Wenn es doch einmal sein muss, sollten Sie zusehen, den überzogenen Dispokredit möglichst schnell wieder in das erlaubte Niveau zu bringen, um unnötige Kosten durch überhöhte Zinssätze zu vermeiden.

Welche Zinsen sind üblich beim Dispokredit?

Mit welchen Zinssätzen muss man nun konkret rechnen? Ein üblicher Zinssatz für einen regulären Dispositionskredit liegt derzeit bei zirka 7 bis 10 Prozent. Die Bandbreite ist dabei jedoch relativ groß, einige Kreditinstitute bieten mittlerweile schon Dispokredite mit Zinsen von 0 Prozent für kleinere Beträge an, während andere Banken immer noch Zinssätze über 15 Prozent auf ihren Dispokredit erheben. Bei den Sollzinsen für die so genannte „geduldete Überziehung“ sieht es allerdings noch wesentlich verheerender aus. Zinssätze von bis zu 20 Prozent sind hier eher die Regel als die Ausnahme. Allerdings können Sie sich nicht darauf verlassen, dass die Zinssätze für Ihren Dispokredit stets gleich bleiben. Durch die Schwankungen an den internationalen Kapitalmärkten wird es notwendig, auch die Zinsen für die Dispositionskredite laufend der aktuellen Marktsituation anzupassen. So kann es durchaus sein, dass Sie bei einer Bank mit zu Anfang sehr günstigen Zinssätzen später für Ihren Dispokredit deutlich mehr bezahlen müssen. Bei vielen Kreditinstituten ist es darüber hinaus wichtig, wie angesehen Sie als Kunde bei der Bank sind und wie lange das Geschäftsverhältnis schon besteht. Es kann durchaus passieren, dass langjährigen, guten und solventen Kunden deutlich niedrigere Zinsen beim Dispokredit angeboten werden, als beispielsweise neuen Kunden. Ein gutes Verhältnis zu Ihrem persönlichen Bankberater kann sich also in barer Münze auszahlen!

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