Kleines Finanzlexikon und Begriffserklärungen

Hier haben wir einige Finanzbegriffe zusammen getragen, bei denen wir oft nach der Bedeutung gefragt werden . Wir werden versuchen Ihnen diese Begriffe aus dem Bereich Finanzen etwas näher zu bringen. Um in unserem Finanzlexikon zur Begriffserklärung beziehungsweise zur vollständigen Beschreibung zu gelangen, klicken Sie bitte auf den jeweiligen Begriff bzw. Buchstabe.

Finanzlexikon und Begriffserklärungen

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Begriffe & Deffinitionen - Übersicht:

Ablaufleistung


Begriffserklärung Ablaufleistung: Unter einer Ablaufleistung versteht man die Versicherungssumme im Rahmen einer kapitalbildenden Versicherungsform, welche am Ende der vertraglich festgelegten Laufzeit an den Versicherten ausgezahlt wird. Diese Versicherungssumme setzt sich aus einem garantierten Bestandteil und einer eventuellen Überschussbeteiligung zusammen. Fällt die Überschussbeteiligung weg, so ist die gesamte Ablaufleistung als garantierte Summe zu verstehen. Besonders oft Verwendung findet der Begriff Ablaufleistung im Zusammenhang mit Kapitallebensversicherungen. Hier kann die Ablaufleistung als Sicherheit, zum Beispiel zum Zweck einer Immobilienfinanzierung, verwendet werden. Das bedeutet: Die bei Fälligkeit der Versicherung gezahlte Ablaufleistung wird dazu verwendet, das komplette Darlehen zur Immobilienfinanzierung oder zumindest einen Teil davon zu tilgen. Auch für andere Finanzierungsmodelle ist eine solche Kombination aus Darlehen und Kapitallebensversicherung denkbar.

Abschlusskosten


Begriffserklärung Abschlusskosten: Bei den Abschlusskosten handelt es sich um Aufwendungen, die der Versicherte beim Abschluss eines Versicherungsvertrages zu übernehmen hat. Die Versicherungsgesellschaft stellt damit dem Versicherten einen Teil der Kosten, die bis zum Vertragsabschluss angefallen sind, in Rechnung. In den Abschlusskosten können unter anderem die Gehälter für Außendienstmitarbeiter und Geschäftsstellen enthalten sein, aber auch Kosten für Werbeaufwendungen, Informationsmaterial, die Prüfung des Versicherungsantrags sowie dessen Bearbeitung und Ausfertigung. Hinzu kommen können Provisionen für Versicherungsmakler, die dem Versicherten die Versicherung vermittelt haben. Grundsätzlich hat der Versicherte diese Abschlusskosten zu tragen. Sie können entweder in einem Einmalbetrag in Rechnung gestellt werden, oder zu einem festgelegten Prozentsatz jeweils den zu zahlenden Versicherungsbeiträgen aufgeschlagen werden. In betriebswirtschaftlicher Hinsicht sind die Abschlusskosten den normalen Betriebskosten eines jeden Versicherungsunternehmens hinzuzurechnen.

Aktie


Begriffserklärung Aktie: Unter einer Aktie versteht man ein Wertpapier, welches dem Besitzer einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft verbrieft. Der Inhaber der Aktie besitzt damit also einen Anteil am betreffenden Unternehmen. Unter diesen Umständen genießt er das Recht, an jeder stattfindenden Hauptversammlung teilzunehmen und dort sein Stimmrecht geltend zu machen. Außerdem ist er berechtigt, eine Gewinnbeteiligung – auch Dividende genannt – ausgezahlt zu bekommen. Neben den normalen Aktien gibt es zusätzlich so genannte Vorzugsaktien, bei denen der Inhaber zwar kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung eingeräumt bekommt, dafür aber das Recht auf eine höhere Dividende genießt. Bei einer unausweichlichen Liquidation der Aktiengesellschaft genießen die Inhaber von Vorzugsaktien außerdem eine bevorzugte Behandlung. Weiterhin muss zwischen Inhaber- und Namensaktien unterschieden werden. Während Inhaberaktien durch einfaches Weitergeben beziehungsweise Verkaufen an jede beliebige Person übertragbar sind, muss die Aktiengesellschaft bei der Weitergabe beziehungsweise beim Verkauf einer Namensaktie dieser Übertragung ausdrücklich zustimmen. Dazu werden die persönlichen Daten des Aktionärs in ein Aktienregister eingetragen.

Aktienfonds


Begriffserklärung Aktienfonds: Unter einem Aktienfonds ist grundsätzlich ein Investmentmodell zu verstehen, welches ausschließlich in Unternehmensanteile – also Aktien – investiert. Bis auf diese Gemeinsamkeit können sich Aktienfonds aber mitunter ganz deutlich voneinander unterscheiden. So gibt es beispielsweise Aktienfonds, die ausschließlich in so genannte „Blue Chips“ – also als besonders sicher und nachhaltig bewertete Aktien – investieren. Andere Fonds dagegen setzen zum Beispiel auf den Neuen Markt, innovative Biotechnologie oder auf die Aktien ausländischer Unternehmen. Der Anleger hat beim Erwerb eines Anteils aus einem Aktienfonds in der Regel einen Ausgabeaufschlag zu zahlen. Dieser ist konzipiert, um die Kosten für das Bewerben und Managen des Fonds zu finanzieren. Ein solcher Ausgabeaufschlag kann durchaus bis zu 5 Prozent p. a. betragen. Das Investment in Aktienfonds ist besonders beliebt, da sich hiermit eine breite Risikostreuung erzielen lässt, welche sich beim Kauf einzelner Unternehmensanteile niemals realisieren lassen würde. In der Regel werden Aktienfonds von erfahrenen Finanzspezialisten entwickelt und aufgelegt.

Aktiengesellschaft


Begriffserklärung Aktiengesellschaft: Die Aktiengesellschaft (Abkürzung: AG) ist eine spezielle Unternehmensform. Es handelt sich dabei um eine Kapitalgesellschaft, deren Gesellschafter – auch Aktionäre genannt, nicht mit ihrem persönlichen Kapital haften, sondern lediglich mit dem Wert ihrer Aktien. Um die Unternehmensform AG bzw. Aktiengesellschaft, entstehen zu lassen, wird das Grundkapital auf die Anzahl der auszugebenden Aktien aufgeteilt und diese schließlich verkauft. Damit besteht für jeden Anleger die Möglichkeit, durch den Kauf einer oder mehrerer Aktien Anteile am betreffenden Unternehmen zu erwerben. Die Aktiengesellschaft muss jedoch entscheiden, ob die auszugebenden Aktien als Inhaberaktien an der Börse frei gehandelt werden sollen, oder diese in Form von Namensaktien ausgegeben werden. In letzterem Fall kann sich die AG ein Mitspracherecht bei der Übertragung von Aktien dadurch vorbehalten, dass die betreffenden Aktien nur mit Zustimmung des Unternehmens an einen neuen Eigentümer übertragen werden können.

Aktienindex


Begriffserklärung Aktienindex: Anhand des Aktienindex kann die Wertentwicklung einer Aktie anhand einer Kennziffer dargestellt werden. Dazu werden alle in diesem Index vorhandenen Aktien laufend analysiert beziehungsweise deren Entwicklung beobachtet, so dass sich daraus ein Mittelwert ableiten lässt, welcher schließlich die Kennziffer des Indexes ergibt. Es ist also durchaus möglich, dass innerhalb eines Aktienindexes einige Werte Verluste aufweisen, der Index selbst trotzdem aber eine steigende Tendenz aufweist, da andere Werte überproportional zugelegt haben. Grundsätzlich muss man zwischen einem Kursindex und einem Performanceindex unterscheiden. Beim Kursindex werden ausschließlich die Aktienkurse als Grundlage zur Indexermittlung herangezogen, während beim Performanceindex davon ausgegangen wird, dass beispielsweise die Dividenden wieder in Aktienwerte investiert werden.

Aktionär


Begriffserklärung Aktionär: Als Aktionär bezeichnet man den Inhaber von Unternehmensanteilen in Form von Aktien. Dabei kann es sich um eine einzelne Aktie, aber auch um eine große Zahl verschiedener Aktien handeln. Sowohl die Inhaber von Namensaktien als auch Besitzer von Inhaberaktien werden als Aktionäre bezeichnet. Während jedoch der Aktionär bei Inhaberaktien anonym bleiben kann, werden sein Name und andere persönliche Daten bei der Ausgabe von Namensaktien in ein spezielles Aktienregister eingetragen. Damit kann die Aktiengesellschaft einen besseren Überblick über ihre Aktionäre behalten und sich anbahnende, feindliche Übernahmen im Ernstfall verhindern. Durch den Erwerb von Aktien stehen dem Aktionär festgelegte Rechte zu. Er darf an der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft teilnehmen und dort sein Stimmrecht geltend machen. Außerdem hat der Aktionär Anspruch auf einen Anteil des Unternehmensgewinns, auch Dividende genannt.

Anleihe


Begriffserklärung Anleihe: Eine Anleihe stellt grundsätzlich einen festverzinslichen Vermögenstitel dar, der mit einem schuldrechtlichen Anspruch auf die Zahlung von Zinsen sowie einer Tilgung verbunden ist. Eine solche Anleihe wird auch als Obligation oder Schuldverschreibung bezeichnet. Anleihen dürfen nicht mit Aktien verwechselt werden. Während der Aktionär einen festen Anteil an der Aktiengesellschaft erwirbt, das heißt, am Eigenkapital des betreffenden Unternehmens beteiligt ist, gewährt er diesem mit dem Kauf einer Anleihe einen gewissen Anteil an Fremdkapital. Damit kann das betreffende Unternehmen beispielsweise neue Produkte entwickeln oder in neue Märkte vorstoßen. Wie Aktien auch werden Anleihen an der Börse gehandelt und gewähren dem Besitzer festgelegte Rechte. Sie können von Kreditinstituten ausgegeben werden, aber auch von staatlicher Seite, wie es beispielsweise bei Bundesschatzbriefen oder Länderanleihen der Fall ist. Auch Industrieunternehmen können Anleihen herausgeben, diese werden allgemein Industrieobligationen genannt.

Anschlussfinanzierung


Beriffserklärung Anschlussfinanzierung: Eine Anschlussfinanzierung ist vor allem aus dem Bereich Immobilienfinanzierung bekannt. Es handelt sich dabei um eine Verlängerung eines Immobilienkredites, für die in der Regel neue Zinskonditionen ausgehandelt werden können. Eine Anschlussfinanzierung kommt immer dann zum Einsatz, wenn das Ende der vereinbarten Festzinsdauer erreicht ist. Kommt der Kreditnehmer mit seinem Kreditinstitut zu keiner Einigung über die Höhe der Zinsen für den neuen Zeitraum, steht es ihm frei, die Anschlussfinanzierung bei einem anderen Kreditinstitut abzuschließen. Um sich besonders günstige Zinssätze für eine Anschlussfinanzierung zu sichern, gibt es das so genannte Forward-Darlehen. Mit diesem ist es möglich, sich Zinssätze bereits heute zu sichern, die dann ernst in einigen Monaten oder gar Jahren für eine Anschlussfinanzierung aktuell werden.

AS Fonds


Begriffserklärung AS Fonds: Bei den so genannten AS Fonds handelt es sich um eine besondere Form von Investmentfonds. Das Kürzel „AS“ steht hier für „Altersvorsorge-Sondervermögen“. Grundsätzliches Merkmal dieser Fondsmodelle ist, dass sie Aktien, Anleihen und offene Immobilienfonds zu einem Investment zusammenschließen. Wie der Name AS Fonds bereits aussagt, wurden diese Fonds insbesondere als Altersvorsorgemodell entwickelt. Sie sollen auch als Alternative zu den bekannten Kapitallebensversicherungen gelten. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass AS Fonds nicht von staatlicher Seite gefördert werden, beispielsweise in Form der Riester Rente. Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass AS Fonds mindestens 51 Prozent des gesamten Fondsvermögens in die bereits genannten Werte investieren müssen. Weiterhin ist vorgegeben, dass der Anteil an Aktien und Beteiligungen im Fonds maximal 75 Prozent und mindestens 21 Prozent betragen muss. Der Anteil an offenen Immobilienfonds darf außerdem maximal 30 Prozent betragen. AS Fonds besitzen eine festgelegte Laufzeit. Sind 75 Prozent dieser Laufzeit verstrichen, ist die Investmentgesellschaft dazu verpflichtet, dem Inhaber der Fondsanteile einen kostenlosen Umtausch in andere Fondsanteile zu ermöglichen.

Ausgabeaufschlag


Begriffserklärung Ausgabeaufschlag: Bei der Auflage eines Aktien- beziehungsweise Investmentfonds fallen für die ausgebende Bank grundsätzlich verschiedene Kostenpositionen an. Dabei handelt es sich beispielsweise um Beratungskosten für potentielle Anleger sowie für Ausgaben im Rahmen des Vertriebs der betreffenden Investmentfonds. Aus diesem Grund verlangen Banken in der Regel beim Erwerb von Fondsanteilen einen so genannten Ausgabeaufschlag. Dieser Ausgabeaufschlag liegt meist zwischen 2,5 und 5 Prozent, lediglich bei Rentenfonds liegt er oft deutlich niedriger. Da der Käufer verpflichtet ist, diesen Ausgabeaufschlag zu bezahlen, verringern sich seine Gewinnerwartungen um den entsprechenden Betrag beziehungsweise Prozentanteil. In den letzten Jahren lässt sich zunehmend beobachten, dass einige Kreditinstitute Fonds auch völlig ohne Ausgabeaufschlag anbieten. Diese Angebote findet man oft bei reinen Internet- beziehungsweise Direktbanken sowie im Rahmen von Sonderangeboten. Darüber hinaus sind auch Fondssparpläne in der Regel ohne einen Ausgabeaufschlag erhältlich.

Baisse


Begriffserklärung Baisse: Bei der so genannten Baisse handelt es sich um einen Begriff aus der Börsensprache. Dieser bezeichnete einen Zustand an der Börse, in dem die Kurse stetig fallen. In Deutschland kennt man den Begriff Baisse hauptsächlich unter der Bezeichnung „Bärenmarkt“. Das Gegenteil der Baisse ist die sogenannte Hausse. Hält eine Baisse besonders lange an und die Kursrückgänge nehmen immer weiter zu, kann es letztendlich zu einem Börsencrash kommen. Dabei muss eine Baisse nicht immer zwangsläufig die gesamte Börse betreffen, sondern kann auch lediglich in einem Teilbereich stattfinden. So sind in der Vergangenheit bereits Situationen aufgetreten, in denen die Börse insgesamt eine Hausse (Phase mit steigenden Kursen) aufwies, Teilbereiche davon jedoch trotzdem als Baisse bezeichnet werden konnten. Ursachen für eine Baisse können beispielsweise Spekulationen sein, aber auch immer wiederkehrende Zyklen der Konjunktur. Eine Baisse hat allerdings auch ihre positiven Seiten und kann dazu führen, dass in der Vergangenheit überbewertete Aktien fortan wieder zu einem gerechtfertigten Marktpreis gehandelt werden.

Basiswert


Begriffserklärung Basiswert: Der Basiswert kommt insbesondere im Bereich Termin- oder Optionsgeschäfte zum Einsatz. Er bezeichnet den Vertragsgegenstand, auf den sich das Geschäft bezieht, bzw. der für die Erfüllung des Vertrags als Grundlage dient. Beim Basiswert kann es sich um eine Ware, aber auch um einen Finanzwert handeln. Basiswerte können beispielsweise sein: Gold, Silber, Platin, Holz, Öl, Wolle, Gewürze, Vieh, Devisen, Anleihen und vieles mehr. In Deutschland sind die Haupt-Basiswerte, auf die sich die umsatzstärksten Finanzprodukte beziehen, der DAX, der Euro, US-Dollar sowie Bundesanleihen. Typische Basiswerte sind zum Beispiel Aktien, Indizes und festverzinsliche Wertpapiere. Als Basiswert versteht sich also das zugrunde liegende Finanzinstrument zum Beispiel für Derivate wie einer Option, einem Optionsschein oder einem Zertifikat.

Bausparvertrag


Begriffserklärung Bausparvertrag: Der Bausparvertrag ist ein speziell entwickeltes Sparmodell zum Bilden von Grundkapital für einen Immobilienkauf beziehungsweise für den Neubau einer Immobilie. Dabei wird der Vertrag auf eine festgelegte Bausparsumme abgeschlossen, zu der der Inhaber des Bausparvertrags mit etwa 40 bis 50 Prozent Eigenleistung beitragen muss. Sobald diese Eigenleistung in Form von monatlichen Beiträgen in den Bausparvertrag eingezahlt ist, kann der Vertrag zugeteilt werden. Der Inhaber hat nun die Wahl, ob er ausschließlich das von ihm eingezahlte Eigenkapital oder die volle Bausparsumme in Anspruch nimmt, wobei er in letzterem Fall den über sein Eigenkapital hinausgehenden Betrag selbstverständlich inklusive Zinsen zurückzahlen muss. In Deutschland laufen Bausparverträge durchschnittlich mit einer Laufzeit von sieben bis acht Jahren. Der deutsche Staat würdigt diese Form des Sparens mit einer speziellen Bausparprämie, die von der festgelegten Bausparsumme abhängig ist und an den Bausparer ausgezahlt wird. Dieser wiederum muss eine Gebühr an die Bausparkasse bezahlen, die in der Regel circa zwei bis drei Prozent beträgt und erst bei Auszahlung der Bausparsumme fällig wird. Ein Bausparvertrag wird oft als Teil einer Immobilienfinanzierung genutzt.

Beitragsbemessungsgrenze


Begriffserklärung Beitragsbemessungsgrenze: Definition Beitragsbemessungsgrenze Beitragsbemessungsgrenze bezeichnet den Einkommensbetrag bis zu welchem eine Berechnung das Einkommen für die Sozialversicherung herangezogen wird. Soll heißen; Im Bereich der Sozialversicherungen in Deutschland bezeichnet die Beitragsbemessungsgrenze den Betrag, ab dem das Einkommen des Versicherten beitragsfrei bleibt. Für wen gilt die Beitragsbemessungsgrenze? Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeden Monat ungefähr hälftig Beiträge an die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Die Höhe bemisst sich nach dem Bruttogehalt. Sozialversicherungsbeiträge werden nur bis zu einer gesetzlich festgelegten Höchstgrenze vom Gehalt abgezogen. Dies nennt man Beitragsbemessungsgrenze. Wie berechnet sich die Beitragsbemessungsgrenze? Die zu zahlenden Beiträge zur Sozialversicherung berechnen sich also grundsätzlich immer nur auf den Einkommensteil, der unterhalb dieser Beitragsbemessungsgrenze liegt. Der Grund dafür: Insbesondere die Beiträge für Arbeitslosen-, Renten- und Krankenversicherungen berechnen sich nicht in einem absoluten Betrag, sondern anhand eines festgelegten Prozentsatzes des Einkommens des Versicherten. Da bei Versicherten mit sehr hohen Einkommen die Versicherungsbeiträge exorbitant steigen würden, werden sie mit Hilfe der Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt. Wichtig zu wissen ist, dass nur der Versicherte etwas von der Beitragsbemessungsgrenze hat, welcher über ein entsprechend hohes Einkommen verfügt. Erst ab überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze hat man die Möglichkeit sich privat zu versichern und entsprechend Beiträge zu sparen. Für alle anderen Versicherten spielt die Beitragsbemessungsgrenze keine Rolle. Aktuelle Beitragsbemessungsgrenze Für das Jahr 2026 liegt die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 8450 Euro Brutto im Monat. Für die gesetzliche Krankenversicherung liegt sie bei 5812,50 Euro Brutto pro Monat.

Belegschaftsaktien


Begriffserklärung Belegschaftsaktien: Definition Belegschaftsaktie: Als Belegschaftsaktien bezeichnet man Aktien, die an die eigenen Mitarbeiter des betreffenden Unternehmens zu besseren Konditionen ausgegeben werden. Belegschaftsaktien werden in der Regel zu besonderen günstigen Konditionen an die Mitarbeiter vergeben. Es fallen meist keine Gebühren für die Transaktionen an. Wann stehen Belegschaftsaktien den Mitarbeitern zur Verfügung? Belegschaftsaktien werden oft ausgegeben, wenn das Unternehmen erstmalig an der Börse auftritt, eigene Aktien kauft oder die Aktien zwecks einer Kapitalerhöhung emittiert. Vorteile der Belegschaftsaktien Der Erwerb von Belegschaftsaktien wird außerdem steuerlich begünstigt. Das bedeutet, die Differenz zwischen regulärem Börsenkurs und speziellem Mitarbeiterkurs ist grundsätzlich frei von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen. Dabei ist allerdings vorgeschrieben, dass diese Differenz nicht größer als 50 Prozent des Börsenkurses sein darf. Sollte ich Belegschaftaktien kaufen? Wer an die Wirtschaftlichkeit des eigenen Unternehmens glaubt, kann sich mit Belegschaftsaktien am Gewinn beteiligen.

Beleihungswert


Bergriffserklärung Beleihungswert: Der so genannte Beleihungswert ist ein Fachbegriff aus dem Immobilienbereich. Der Beleihungswert kommt insbesondere im Zusammenhang mit der Sicherheit eines Kreditnehmers zum Tragen, für die das Kreditinstitut in der Regel einen Wert festlegt, der unterhalb des Verkehrswertes der betreffenden Immobilie liegt. Dieser Wert muss eine Gültigkeit von circa 30 Jahren aufweisen und damit dem langfristig zu erzielenden Wert der Immobilie unter vorsichtiger Schätzung entsprechen. Dafür gibt es bestimmte gesetzliche Regelungen, die bei der Ermittlung des Beleihungswertes vom Kreditinstitut beachtet werden müssen. Diese Ausführungen in „amtsdeutscher“ Sprache sind für viele recht schwer verständlich. Deshalb noch einmal konkret: Der Beleihungswert stellt jenen Wert dar, der bei einer vorsichtigen Schätzung innerhalb der nächsten 30 Jahre zu jedem Zeitpunkt für eine Immobilie auf jeden Fall erzielt werden kann. Die Bank schätzt den Beleihungswert also so vorsichtig, dass dieser die Sicherheit bietet, den betreffenden Betrag bei einem eventuell notwendig werdenden Verkauf der Immobilie in jedem Fall zu erzielen.

Berufsunfähigkeitsversicherung


Begriffserklärung Berufsunfähigkeitsversicherung: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt den Versicherungsnehmer vor den finanziellen Folgen einer dauerhaften Berufsunfähigkeit. Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann als eigenständige Versicherungsform, aber auch in Form einer privaten Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Im Falle einer nachgewiesenen Berufsunfähigkeit zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung eine Berufsunfähigkeitsrente aus. Für Arbeitnehmer, die vor dem 1. Januar 1961 geboren sind, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zwingend notwendig, da diese Personen bereits durch die im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung enthaltene Invalidenrente weitgehend abgesichert sind. Jüngere Personen können dagegen durch die staatliche Vorsoge nicht mehr geschützt werden – für sie bietet sich also der separate Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung an. Für Beamte existiert in Deutschland eine ähnliche Versicherungsform, sie nennt sich Dienstunfähigkeitsversicherung. Der Leistungsumfang ist dabei annähernd gleich der Berufsunfähigkeitsversicherung, lediglich die Feststellung der Dienstunfähigkeit wird hierbei von der zuständigen Dienststelle des Beamten festgestellt und ausgesprochen, nicht durch einen von der Versicherung bestimmbaren Arzt.

Blue Chip


Begriffserklärung Blue Chip: Bei einem Blue Chip handelt es sich um eine Aktie eines international agierenden, sehr bekannten Konzerns, die an der Börse eine besondere Bedeutung genießt und in ihrer Kursentwicklung zusammen mit anderen Blue Chips die Grundlage für eine Berechnung des jeweiligen Leit-Indizes bildet. Ein solcher Leitindex könnte beispielsweise der DAX, der Dow Jones oder auch der Nikkei Index sein. In Deutschland bezeichnet man Blue Chips in der Regel auch als Standardwerte. Der Leitindex, zur dessen Entwicklung diese Standardwerte beitragen, sagt viel über die gesamte Entwicklung an der Börse aus und findet daher große Beachtung in der ganzen Welt. Er ist grundsätzlich ein Abbild der wirtschaftlichen Lage einzelner Länder, Länderverbunde oder auch der ganzen Welt. In Deutschland gelten Blue Chips als besonders sichere Werte. Dazu zählen beispielsweise die Aktien der Deutschen Telekom, Daimler, Siemens oder einiger führender Versicherungen.

Börse


Begriffserklärung Börse: Als Börse bezeichnet man grundsätzlich einen Handelsplatz für Wertpapiere aller Art. Dies können zum Beispiel Aktien, Devisen, Anleihen und ähnliches sein. Auch für Waren aller Art existieren spezielle Börsen, die folgerichtig als Warenbörsen bezeichnet werden. Wer Wertpapiere an einer Börse kaufen möchte, kann dies in der Regel nicht selbst tun, sondern erledigt seine Geschäfte über einen an der Börse tätigen Makler. Durch das Internet sind allerdings nur noch die wenigsten Makler direkt auf dem Börsenparkett tätig, viele Handelsaktivitäten finden inzwischen virtuell über Computersysteme statt. Die mit Abstand am häufigsten an der Börse gehandelten Wertpapiere sind Aktien. Die Entwicklung ihrer Kurse bestimmen über Erfolg oder Misserfolg beim Handeln an der Börse. Dabei haben sowohl gesamtwirtschaftliche Faktoren als auch politische Entscheidungen großen Einfluss auf die Entwicklung dieser Aktienkurse.

Broker


Begriffserkärung Broker: Die Bezeichnung Broker wird international für den Beruf eines Börsenmaklers verwendet. Es handelt sich dabei in der Regel um einen Angestellten einer Bank oder eines Unternehmens im Bereich Wertpapierhandel, der das Bindeglied zwischen Käufern und Verkäufern von Wertpapieren aller Art bildet. Durch den Broker haben Anleger die Möglichkeit, an der Börse Wertpapiere zu kaufen und/oder zu verkaufen. Für seine Dienste erhält der Broker eine festgelegte Provision, die auch als Vermittlungsgebühr bezeichnet wird. Um als Broker arbeiten zu können, benötigt es zunächst eine fundierte Ausbildung im Bankwesen – speziell im Wertpapierbereich. Anschließend sollte man ausreichend Berufserfahrungen sammeln, um in der späteren Funktion als Broker für seine Kunden die bestmöglichen Entscheidungen treffen zu können. In Zeiten des Internets nimmt die Wichtigkeit von Brokern allerdings zunehmend ab, da zahlreiche Dienstleister über das Internet bereits die Möglichkeit bieten, ohne den Einsatz eines Brokers selbst Wertpapiere an der Börse zu kaufen und/oder zu verkaufen.

Bullenmarkt & Bärenmarkt


Begriffserklärung Bärenmark & Bullenmarkt: Bärenmarkt Als Bullen- und Bärenmarkt bezeichnet man zwei spezielle Zustände an der Börse, die international auch mit den Begriffen Hausse und Baisse bezeichnet werden. Die betreffenden Zustände verhalten sich dabei genau gegenteilig: Bei einer als Bärenmarkt bezeichneten Situation an der Börse fallen die Kurse der dort gehandelten Wertpapiere über einen längeren Zeitraum. Zwischenzeitlich können immer wieder Erholungsphasen auftreten, die Tendenz zeigt jedoch langfristig deutlich nach unten. Bullenmarkt Anders bei einem Bullenmarkt. Hier zeigt sich genau das gegenteilige Phänomen, das heißt, die Kurse der an der Börse gehandelten Wertpapiere steigen über einen längeren Zeitraum, erleben also einen regelrechten Höhenflug. Dabei kann der Übergang vom Bullen- zum Bärenmarkt fließend und daher zunächst kaum erkennbar sein. Die Kunst des erfolgreichen Handels an der Börse besteht also darin, solche Entwicklungen so früh wie möglich zu erkennen und sein Handeln darauf abzustimmen.

Bundesanleihen


Begriffserklärung Bundesanleihen: Als Bundesanleihen bezeichnet man festverzinsliche Wertpapiere, welche die Form einer Schuldverschreibung aufweisen. Bundesanleihen werden vom deutschen Staat zum Zweck der Finanzierung des Staatshaushaltes in regelmäßigen Abständen emittiert. Zuständige Behörde dafür ist die Bundesfinanzagentur, welche die Bundesanleihen kostenlos für die Anleger verwahrt. Diese können die Anleihen über viele Banken und Sparkassen erwerben. Die Laufzeit einer solchen Bundesanleihe beträgt in der Regel zwischen 10 und 30 Jahren. Es existieren zwar auch Anleihen mit kürzerer Laufzeit – zum Beispiel fünf Jahre – diese heißen dann allerdings Bundesobligationen. Die Zinsauszahlungen für den Anleger erfolgen bei Bundesanleihen jährlich. Am Ende der Laufzeit wird außerdem der Nennwert der Anleihe ausgezahlt. In der Regel gelten Bundesanleihen als besonders sichere Wertpapiere.

Bundesschatzbriefe


Begriffserklärung Bundesschatzbriefe: Bei Bundesschatzbriefen handelt es sich um Schuldverschreibungen des deutschen Staates. Im Gegensatz zu den Bundesanleihen sind Bundesschatzbriefe grundsätzlich nicht an einer Börse gelistet. Sie werden jedoch ebenfalls von der Bundesfinanzagentur ausgegeben und verwaltet. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Typen von Bundesschatzbriefen. Sie unterscheiden sich vor allem dadurch, wie die Zinsgewinne ausgezahlt werden. Beim so genannten Typ A werden die Zinsen jedes Jahr ausgezahlt. Beim Typ B werden dagegen die Zinsen nur einmal zum Ende der Laufzeit ausgezahlt. Dies hat allerdings den Vorteil, dass die Zinsgewinne thesauriert werden und dementsprechend größer ausfallen. Die Renditen, welche durch Bundesschatzbriefe erwirtschaftet werden können, werden von vielen Anlegern als relativ niedrig empfunden. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass Bundesschatzbriefe als besonders sichere Anlageform gelten und damit weniger für performanceorientierte Anleger interessant sind. Für besonders sicherheitsbewusste Anleger sind Bundesschatzbriefe jedoch eine sehr interessante Alternative zu Aktien und Co.

Call


Begriffserklärung Call: In der internationalen Finanzfachsprache kennt man verschiedene Bedeutungen für den Begriff Call. Zum einen versteht man darunter den Zeitraum von der Markteröffnung bis zum Marktschluss im Rahmen eines Terminhandels an der Börse, andererseits kann ein Call auch eine Kaufoption bei Optionsgeschäften verkörpern. Bei jedem Call ist jedoch grundsätzlich zwischen zwei Grundpositionen zu unterscheiden: dem Long Call (Position des Käufers) und dem Short Call (Position des Verkäufers). Eine Long Call tätigt man als Käufer in der Regel dann, wenn steigende Kurse eines bestimmten Basiswertes zu erwarten sind. Der Käufer erhält dann die festgelegte Menge dieses Basiswertes zum festgelegten Zeitpunkt zu dem im Vertrag festgelegten Preis. In der Rolle des Verkäufers ist es genau umgekehrt: Fällt der Kurs während der Zeit des Calls, so kann er den Basiswert teurer verkaufen, als es eigentlich am Markt möglich wäre.

Cost-Average-Effekt


Begriffserklärung Cost-Average-Effekt: Der so genannte Cost-Average-Effekt kommt regelmäßig bei Kapitalanlagen zum Tragen. Man bezeichnet damit einen positiven Effekt für den Investor, sofern dieser einen gleichbleibenden Kapitalbetrag in regelmäßigen Anteilen angelegt. Dies kann z. B. im Rahmen eines Sparplans geschehen. Dieser Sparplan wird dann so gestaltet, dass die Menge der gekauften Anteile je nach Ausgabepreis variiert. Das bedeutet: Bei hohem Ausgabepreis werden weniger, beim niedrigen Ausgabepreis dagegen mehr Anteile gekauft. Im Durchschnitt ergibt sich durch diese Technik ein günstigerer Kaufpreis für die Anteile, als wenn der Anleger einzelne Investmentanteile gekauft hätte. Der Zusammenhang zwischen dem Ausgabepreis und der Anzahl der erworbenen Anteile ergibt sich bei einem Sparplan automatisch, ohne dass der Investor dazu beitragen muss.

DAX


Begriffserklärung DAX: Der Begriff DAX ist die Abkürzung für den „Deutschen Aktienindex“, der Leitindex des deutschen Aktienmarktes. Die darin enthaltenen Werte verkörpern grundsätzlich die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland. Entstanden ist dieser Index im Jahr 1988, wo er zunächst als Ergänzungsindex für andere Indizes gedacht war. Schnell entwickelte sich der DAX jedoch zum wichtigsten deutschen Aktienindex und wird seitdem als Leitindex bezeichnet. Um in den DAX aufgenommen zu werden, muss ein Unternehmen verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Doch selbst dann ist noch nicht sicher, ob die Aktien des betreffenden Unternehmens in den DAX aufgenommen werden. Zu diesem Zweck wird jedes Jahr Anfang September ein so genannter Anpassungstermin anberaumt, an dem über die zukünftige Zusammensetzung der DAX-Unternehmen entschieden wird.

Deflation


Begriffserklärung Deflation: Grundsätzlich bezeichnet der Begriff Deflation das genaue Gegenteil zur Inflation. Während bei der Inflation Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt teurer werden, tritt bei der Deflation der Gegeneffekt ein und das Preisniveau auf einem Markt oder in der Wirtschaft insgesamt sinkt deutlich. Eine Deflation kann verschiedene Gründe haben. So kann es beispielsweise sein, dass durch eine unsichere Wirtschaftslage die Ausgaben der privaten Haushalte in Deutschland für Waren und Dienstleistungen aller Art sinken. Eine Deflation kann aber auch von staatlicher Seite angeregt werden, wenn der Staat beispielsweise seine Investitionen senkt, um Schulden abzubauen. Aufgrund der geringer werdenden Nachfrage ist eine Deflation für Unternehmen sehr gefährlich, während der Verbraucher durchaus einen Vorteil daraus ziehen kann.

Depot


Begriffserklärung Depot: Als Depot beziehungsweise Depotkonto oder Wertpapierdepot werden spezielle Verrechnungskonten bezeichnet, die dem Handel und der Verwaltung von Wertpapieren dienen. Auch beim Depot können sich die Angebote der verschiedenen Geldhäuser stark unterscheiden. In der Regel handelt es sich um ein virtuelles Depot oder auch Onlinedepot. Vor allem für private Anleger bietet diese Form des Wertpapierdepots viele Vorteile und wird daher inzwischen auch überwiegend genutzt. Im Gegensatz zum herkömmlichen Depot findet der Handel mit Wertpapieren über ein virtuelles Depot ausschließlich in elektronischer Form statt. Das bedeutet, der Anleger erhält seine Wertpapiere nicht in physischer Form ausgehändigt, sondern handelt auf elektronischem Wege mit diesen. Heute geschieht dies meist über das Internet. Auch alle Gebühren, Zinsen und Dividenden die gefordert oder gezahlt werden, werden direkt über das virtuelle Depot abgerechnet. Ein regelmäßiger Depotauszug ermöglicht eine Übersicht über Ihr angelegtes Vermögen.

Derivate


Begriffserklärung Derivate: Der Begriff Derivate ist vor allem aus dem Bereich der Termingeschäfte bekannt, hierbei bezeichnet er eine besondere Form dieser Geschäfte, bei denen der Preis von bestimmten Faktoren abhängt. Solche Faktoren können zum Beispiel der Börsenpreis von Wertpapieren, die Zinssätze, Marktpreise von Waren aller Art oder auch Wechselkurse von Devisen sein. Bei diesen Faktoren spricht man auch von den so genannten Basiswerten. Derivate können darüber hinaus in verschiedenen Formen abgewickelt werden, zum Beispiel in Form von Optionen oder Futures. Hierbei geht es darum, Anrechte für den Erwerb von Basiswerten zu verkaufen. Was Derivate bei Anlegern so begehrt macht, ist der Umstand, dass hierbei nicht der Basiswert an sich gekauft werden muss, sondern lediglich das Anrecht, diesen zu einem bestimmten Preis beziehungsweise an einem bestimmten Termin zu erwerben. Damit lassen sich mit relativ wenig Kapital große Wert handeln (Hebeleffekt).

Direktbank


Begriffserklärung Direktbank: Nahezu jedem Bundesbürger sind die klassischen Filialbanken in Deutschland bekannt. Sie befinden sich heute in fast jedem Ort beziehungsweise jeder größeren Stadt. Wer dort ein Konto eröffnet, hat den Vorteil, dass er zum Erledigen seiner Finanzgeschäfte einfach in die nächstgelegene Filiale gehen kann. Der Nachteil dabei ist allerdings, dass der Aufbau eines Filialenetzes viel Aufwand erfordert und daher sehr teuer ist. Diese Kosten werden dann – in welcher Form auch immer – an den Kunden weitergegeben. Eine Direktbank spart sich diese Kosten, in dem sie erst gar kein eigenes Filialenetz aufbaut, sondern mit dem Kunden via Internet, Telefon oder Brief kommuniziert. Der Kunde einer Direktbank kann jedoch trotzdem weiterhin die Geldautomaten von anderen Kreditinstituten nutzen und dort sein Bargeld abheben. Durch diesen wesentlich reduzierten Verwaltungsaufwand können Direktbanken ihre Leistungen in der Regel deutlich günstiger als die herkömmlichen Filialbanken anbieten.

Direktversicherung


Begriffserklärung Direktversicherung: Eine Direktversicherung arbeitet grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip wie eine Direktbank. Das bedeutet: Diese Versicherung verzichtet auf den Aufbau eines teuren Vertreter- beziehungsweise Filialnetzes und kommuniziert mit seinen Versicherten ausschließlich per Brief, Fax, Telefon oder Internet. In der Regel gibt es hierbei eine zentrale Verwaltungsstelle, die der Kunde bei Problemen oder Fragen kontaktieren kann. Direktversicherungen sind in den letzten Jahren in Deutschland sehr beliebt geworden, weil sie dem Verbraucher die Möglichkeit bieten, effektiv Kapital für die Beiträge der verschiedenen Versicherungen einzusparen. Da die meisten Verbraucher nicht täglich mit ihren Versicherungen zu tun haben, stören sie sich meist auch nicht am fehlenden Ansprechpartner in direkter Nähe.

Disagio


Begriffserklärung Disagio: Insbesondere bei der Ausgabe von Krediten – zum Beispiel im Bereich Baufinanzierung etc. – kennt man den Begriff Disagio. Mit Disagio bezeichnet man einen Abschlag vom Nennwert, der dafür sorgt, dass der Darlehensbetrag sinkt und der Verbraucher somit weniger Zinskosten zu zahlen hat. Das Ganze könnte man auch folgendermaßen beschreiben: Anstatt kontinuierlich hohe Zinssätze zu zahlen, akzeptiert der Kreditnehmer zu Anfang einen Abschlag von seinem Kreditbetrag, zahlt aber trotzdem die gesamte Kreditsumme zurück und spart damit Zinskosten. Auch bei der Emission von Wertpapieren kann ein Disagio zum Einsatz kommen, in diesem Fall wird meist ein geringer Prozentsatz vom Ausgabewert abgezogen, der dann zur Deckung der Unkosten des ausgebenden Kreditinstitutes dient.

Dividende


Begriffserklärung Dividende: Als Aktionär ist man grundsätzlich dazu berechtigt, einen festgelegten Anteil vom Gewinn des Unternehmens zu erhalten. Diesen Gewinnanteil bezeichnet man auch als Dividende. Der Begriff entstammt dem Lateinischen und bedeutet in etwa: „Das zu Verteilende“. Eine Ausschüttung der Dividende wird bei deutschen Unternehmen in der Regel einmal im Jahr vorgenommen, zuvor muss in der Hauptversammlung beschlossen werden, wie hoch die Dividende sein soll. Vorschläge können dabei vom Unternehmensvorstand, aber auch von den Mitgliedern des Aufsichtsrates gemacht werden. Wichtig zu wissen ist, dass die Zahlung einer Dividende keine gesetzliche Pflicht ist. Erwirtschaftet das Unternehmen in einem Jahr keinen Gewinn oder plant für das darauf folgende Jahr größere Investitionen, so kann auf die Ausschüttung einer Dividende verzichtet werden. Zudem ist es möglich, statt einer finanziellen Dividende eine Dividende in Form von Sachen auszugeben. Dabei könnte es sich beispielsweise um zusätzliche Aktien, Optionsscheine oder ähnliches handeln.

Dow Jones Index


Begriffserklärung Dow Jones Index: Der Dow Jones Index ist der wichtigste Aktienindex im US-amerikanischen Finanzmarkt. Der Index besteht bereits seit über 100 Jahren, er wurde 1896 zum ersten Mal in den USA veröffentlicht. Der Name „Dow Jones“ rührt von seinen Urhebern, Charles Henry Dow und Edward David Jones. Sie gründeten zu dieser Zeit ein Unternehmen, das es sich zur Hauptaufgabe gemacht hat, die Stärke des gesamten amerikanischen Aktienmarktes messbar zu machen. Aus diesem Grund entwickelten sie den nach ihnen benannten Index. Ebenso wie der DAX in Deutschland beinhaltet auch der Dow Jones Index insgesamt 30 verschiedene Aktien der größten und wichtigsten amerikanischen Unternehmen. Experten kritisieren allerdings, dass der Dow Jones Index aufgrund der unterschiedlichen Handelszeiten in den USA weit weniger aussagekräftig ist, als andere international wichtige Indizes.

Effektivzins


Begriffserklärung Effektivzins: Der Effektivzins ist in Deutschland vor allem unter der Bezeichnung „Effektiver Jahreszins“ (Abk. eff. Zins) bekannt. Dabei handelt es sich um die Angabe eines Zinssatzes, der alle Nebenkosten mit enthält und es somit möglich macht, verschiedene Angebote objektiv miteinander zu vergleichen. Ein effektiver Zinssatz kann übrigens auch für variable Darlehen vereinbart werden, hierbei spricht man allerdings vom „Effektiven Anfangszinssatz“. In Deutschland ist die Angabe eines Effektivzinses gesetzlich vorgeschrieben, die Notwendigkeit dazu gründet sich auf der Preisangabenverordnung sowie dem Bürgerlichen Gesetzbuch. In diesen Gesetzesschriften ist auch gleich eine vorgeschriebene Rechenmethode enthalten, mit der der effektive Jahreszins berechnet werden kann.

Eigenheimzulage


Begriffserklärung Eigenheimzulage: Bei der Eigenheimzulage handelt es sich um eine staatliche Subvention für Immobilienkäufer und Bauherren, die allerdings nur bis Ende des Jahres 2005 gewährt wurde. Um diese Zulage zu erhalten, mussten die Immobilienkäufer beziehungsweise Bauherren verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Ausschlaggebend war beispielsweise die Höhe des jährlichen Bruttoeinkommens, welches sich bei Ehepaaren auf bis zu 140.000 Euro und bei Einzelpersonen auf bis zu 70.000 Euro belaufen durfte. Mit jedem im Haushalt lebenden Kind erhöhte sich diese Grenze allerdings um weitere 30.000 Euro pro Jahr. Für Bauherren und Immobilienkäufer, die ihre Verträge bis zum 1. Januar .2004 abgeschlossen hatten, betrug die Eigenheimzulage satte 5 Prozent der Herstellungskosten, war jedoch mit einem Betrag von 2.556 Euro für Neubauten und der Hälfte davon für Altbauten begrenzt. Zwischen Januar 2004 und Ende 2005 betrug dann die Eigenheimzulage allerdings nur noch 1 Prozent der Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten und galt für Altbauten und Neubauten gleichermaßen. Der Höchstbetrag reduzierte sich damit auf 1.250 Euro pro Jahr.

Einstandskurs


Begriffserklärung Einstandskurs: Den Einstandskurs kennt man vor allem aus dem Wertpapierbereich. Hier bezeichnet er den Kurs eines Wertpapiers, der neben dem Kaufpreis auch alle Nebenkosten enthält. Ähnlich wie bei Krediten muss auch bei der Emission von Wertpapieren mit Nebenkosten verschiedenster Art gerechnet werden. Diese Nebenkosten können beispielsweise durch die Kosten entstehen, die der ausgebenden Bank des jeweiligen Wertpapiers anfallen, aber auch durch verschiedene andere Faktoren. Der Käufer muss diese Nebenkosten grundsätzlich mit finanzieren, wodurch sich ein Einstandskurs ergibt, der sich deutlich von den späteren Handelskurs unterscheidet. Doch nicht nur bei Neuemissionen, sondern auch bei bereits vorhandenen Werten müssen oftmals Nebenkosten beim Kauf aufgewendet werden. Auch hierbei spricht man vom Einstandskurs, wenn der gesamte Kaufpreis des Wertpapiers inklusive aller Nebenkosten gemeint ist.

Emission


Begriffserklärung Emission: Der Begriff der Emission bezeichnet grundsätzlich die Ausgabe von Wertpapieren. Neben der herkömmlichen Emission gibt es auch noch die so genannte Neuemission. Damit bezeichnet man die Ausgabe von Wertpapieren, sofern das ausgebende Unternehmen dieses zum ersten Mal tut. Emissionen werden in der Regel vorgenommen, um Kapital für das betreffende Unternehmen zu beschaffen, welches anschließend zur Optimierung der unternehmenseigenen Prozesse beziehungsweise zum Ausbau des Unternehmens genutzt werden kann. Zu unterscheiden ist hierbei grundsätzlich zwischen einer Selbstemission und einer Fremdemission. In Deutschland wird die Wertpapierausgabe per Fremdemission bevorzugt, da bei einer Selbstemission das ausgebende Unternehmen in Eigenregie alle Aktien ausgeben muss und das Absatzrisiko dabei komplett selbst trägt.

EZB


Begriffserklärung EZB: Das Kürzel EZB steht für die Europäische Zentralbank. Sie verkörpert die Bank der Europäischen Gemeinschaft und ist der Dreh- und Angelpunkt des Europäischen Systems der Zentralbanken. Ihr Sitz ist Frankfurt am Main. Die Europäische Zentralbank nahm am 1. Januar 1999 ihre geschäftliche Tätigkeit auf. Zu ihrem Aufgabengebiet gehören beispielsweise die Vereinfachung und Sicherstellung des internationalen Zahlungsverkehrs, die Beaufsichtigung aller ihr unterstellten Kreditinstitute, die Verwaltung der Währungsreserven der EU-Mitgliedstaaten sowie die Ausgabe und Kontrolle der europäischen Gemeinschaftswährung. Damit die EZB unabhängig und effizient arbeiten kann, genießt sie besondere politische Unabhängigkeit. Die EZB wird geführt durch ein Direktorium, bestehend aus bis zu sechs Mitgliedern, deren Amtszeit grundsätzlich acht Jahre beträgt. Zusätzlich gibt es einen EZB-Rat, der eine beratende und beaufsichtigende Funktion hat.

Festgeld


Begriffserklärung Festgeld: Als Festgeld bezeichnet man eine Anlagemöglichkeit, bei der das Kapital für einen im voraus bestimmten Zeitraum fest angelegt wird. Der Anleger hat in diesem Zeitraum also kein Zugriff auf sein Kapital und kann die gesamte Anlage nur mit entsprechenden finanziellen Verlusten kündigen. Für Anleger, denen Flexibilität sehr wichtig ist beziehungsweise die jederzeit Zugriff auf die Kapital haben möchten, eignet sich die Festgeldanlage damit nicht. Wer jedoch für eine gewisse Zeit auf sein Kapital verzichten kann, kann mit einer Festgeldanlage gute Zinsgewinne erzielen. Und als positiver Aspekt kommt hinzu, dass die Zinssätze für die Festgeldanlage direkt bei Abschluss festgelegt werden, so dass der Gewinn aus dieser Anlage für den Anleger optimal planbar wird. In Zeiten wirtschaftlicher Instabilität gewinnt das Festgeld regelmäßig wieder an Attraktivität, wenn sich die Anleger auf sichere Kapitalanlagen zurückbesinnen und dafür gerne auf den einen oder anderen Euro an Zinseinnahmen verzichten.

Festverzinsliche Wertpapiere


Begriffserklärung Festverzinsliche Wertpapiere: Ähnlich wie beim Festgeld erhält der Anleger auch bei festverzinslichen Wertpapieren die beruhigende Sicherheit, jederzeit genau mit seinen Zinserträgen rechnen zu können. Als festverzinsliche Wertpapiere bezeichnet man dabei Schuldverschreibungen, Straight Bonds und einige andere Formen von Anleihen. Diese Anleihen sind in der Regel mit Zinsscheinen ausgestattet, die der Investor zu den festgelegten Zinsterminen vorlegen kann und woraufhin er dann seine Zinsgewinne ausgezahlt bekommt. Aus diesem Grund spricht man bei festverzinslichen Wertpapieren auch oft von Kuponanleihen. Meist werden sie von Unternehmen und Banken ausgegeben, teilweise aber auch vom Bund. Als einziger Negativpunkt lässt sich die in der Regel nur jährliche Zinsauszahlung benennen, durch die das Ausnutzen des Zinseszinseffekts bei dieser Form der Anlage kaum möglich ist.

Fonds


Begriffserklärung Fonds: Fonds kennt man aus vielen Bereichen der internationalen Finanzmärkte. Es gibt Aktienfonds, Investmentfonds, Rentenfonds und viele andere Fondsarten. Grundsätzlich bezeichnet der Begriff Fonds dabei einen Pool, in dem die Wertpapiere oder die Gelder der Anleger gesammelt werden. Am besten lässt sich dies bei einem Aktienfonds erklären: Hierbei investiert der Anleger nicht in einzelne Aktien, sondern erwirbt Anteile an einem Fonds, der wiederum viele verschiedene Aktien in sich vereint. Der Fonds wird dabei durch erfahrene Finanzexperten betreut. Diese sorgen dafür, dass Wertpapiere mit Verlusten regelmäßig aussortiert und durch erfolgversprechendere Werte ersetzt werden. Das Risiko eines Kapitalverlustes ist also bei Fonds wesentlich geringer, als wenn der Anleger einzelne Aktien erwerben würde. Einziger Nachteil ist, dass Fonds in der Regel höhere Nebenkosten aufweisen als beim Kauf einzelner Aktien, da das Fondsmanagement auch seinen finanziellen Tribut fordert.

Fondsgebundene Lebensversicherung


Begriffserklärung Fondsgebundene Lebensversicherung: Bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung handelt es sich um ein besonderes Modell der kombinierten Er- und Ablebensversicherung. Dabei handelt es sich also um eine Lebensversicherung, die sowohl im Falle des Todes des Versicherten während der Versicherungsdauer ihre Leistungen auszahlt als auch, wenn dieser den Zuteilungszeitpunkt der Versicherung erlebt. Besonderes Merkmal der fondsgebundenen Lebensversicherung ist, dass der Sparanteil in den Versicherungsbeiträgen in verschiedene Anlagemodelle investiert wird. Dies können beispielsweise Aktien oder Aktienfonds, Rentenfonds, festverzinsliche Wertpapiere oder auch Immobilienfonds sein. Vorteil dabei ist, dass der Versicherte eine wesentlich größere Rendite erzielen und damit eine höhere Auszahlung der Lebensversicherung erreichen kann. Allerdings trägt er auch das komplette Risiko eines Kapitalverlustes.

Fondssparplan


Begriffserklärung Fondssparplan: Ein Fondssparplan ist ein Sparvertrag, der die regelmäßige Einzahlung von Kapital in einen Investmentfonds zum Inhalt hat. Hierbei müssen Fondsanteile also nicht einzeln erworben werden, sondern der Anleger erhält einen festen Sparplan, bei dem die regelmäßigen Einzahlungen direkt in die entsprechenden Fondsanteile investiert werden. Ein solcher Sparplan bietet viele Vorteile. So sind beispielsweise alle anfallenden Gebühren inklusive dem Ausgabeaufschlag bereits in den einzelnen Raten des Sparplans enthalten. Insbesondere bei längerer Laufzeit des Sparplans reduzieren sich die Ausgabeaufschläge häufig, da die ausgebende Gesellschaft hierauf in der Regel Nachlässe gewährt. Der Anleger hat außerdem die Möglichkeit, seinen Sparplan jederzeit zu beenden oder für eine gewisse Zeit beitragsfrei zu stellen, ohne dass ihm dadurch weitere Kosten entstehen. Ein Fondssparplan ist damit die ideale Kapitalanlage für langfristiges Sparen, da sich dadurch auch die Gefahr eines Kapitalverlustes deutlich reduziert.

Freibetrag & Freigrenze


Begriffserklärung Freibetrag & Freigrenze: Den so genannten Freibetrag – auch Freigrenze genannt – kennt man vor allem aus dem Bereich der steuerlichen Beurteilung von Gewinnen aus Kapitalanlagen. Der deutsche Staat sieht gewisse Freigrenzen bei den Zinserträgen vor, bis zu denen der Anleger keine Steuern auf seine Gewinne zahlen muss. Erst bei Überschreiten dieser Grenzen müssen schließlich Steuern gezahlt werden. Zu diesem Zweck gibt es spezielle Freistellungsaufträge, die der Anleger bei seiner kontoführenden Bank beziehungsweise beim Verwalter seiner Investments einreichen kann. Diese Freistellungsaufträge lassen sich bis zum vorgegebenen Grenzbetrag beliebig aufteilen, so dass sie auch für mehrere Konten oder Investments genutzt werden können. Es bietet sich also an, im Vorhinein die Zinserträge der verschiedenen Kapitalanlagen genau zu berechnen und Freistellungsaufträge genau auf diese Gewinne abzustimmen.

Garantiezertifikat


Begriffserklärung Garantiezertifikat: Von einem Garantiezertifikat spricht man, wenn es dem Anleger garantiert wird, dass er sein eingesetztes Kapital am Ende der Laufzeit auf jeden Fall zurückerhält. Dies gilt auch dann, wenn der Wert oder Index, welcher dem Zertifikat zugrunde liegt, durch eine negative Entwicklung am Ende der Laufzeit weniger wert ist als das eingesetzte Kapital. Um eine solche Garantie zu ermöglichen, besteht ein Garantiezertifikat zumeist aus zwei Teilen: einer Anleihe sowie einem oder mehreren Optionsscheinen. Zur Sicherung des eingesetzten Kapitals wird der größte Teil dieses Geldes in die Anleihe investiert, während man mit den Optionsscheinen versucht, für entsprechende Renditen zu sorgen. Die Renditechancen sind allerdings bei einem Garantiezertifikat etwas geringer als bei Zertifikaten, für die keine solche Garantie gegeben werden kann. Der Grund: Ein Teil des Kapitals wird zur Absicherung benötigt. Ein weiterer Nachteil entsteht dem Anleger dadurch, dass Gewinne aus Garantiezertifikaten grundsätzlich zu versteuern sind.

Geschlossene Fonds


Begriffserklärung Geschlossene Fonds: Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Investmentfonds: offene und geschlossene Fonds. Während es bei offenen Fonds jederzeit möglich ist, Anteile zu erwerben und damit in den Fonds einzusteigen, nimmt ein geschlossener Fonds nach Erreichen des vorher festgelegten Fondskapitals keine neuen Anleger mehr auf. In der Regel verhält es sich bei geschlossenen Fonds so, dass sich die Gemeinschaft der Investoren zu einer Personengesellschaft zusammenschließt und damit die anvisierten Werte beziehungsweise Objekte erwirbt. Der Fonds wird in der Regel dann geschlossen, wenn alle Anteile ausgegeben sind oder der Platzierungszeitraum abgelaufen ist. Der Inhaber von Anteilen eines geschlossenen Fonds wird damit also zum Unternehmer, meist in Form eines Kommanditisten. Als Nachteil bleibt zu erwähnen, dass Anteile aus geschlossenen Fonds nicht vorzeitig zurückgegeben werden können. Sie lassen sich lediglich an der Börse zum aktuellen Marktpreis verkaufen.

Gewinnbeteiligung


Begriffserklärung Gewinnbeteiligung: Die Bezeichnung Gewinnbeteiligung ist ein anderer Ausdruck für Dividende. Aktionäre haben laut Gesetz den Anspruch auf eine Beteiligung am Gewinn der Aktiengesellschaft, von der sie Anteile erworben haben. Zu unterscheiden ist hierbei zwischen normalen Aktien und Vorzugsaktien. Bei Vorzugsaktien ist es üblich, dem Aktionär bereits bei Ausgabe eine Dividende auszuzahlen beziehungsweise für später zu garantieren. Somit werden aus dem Gewinn des Unternehmens zunächst nur die Vorzugsaktionäre bedacht, der verbleibende Rest des Gewinns wird anschließend als Dividende unter den übrigen Aktionären aufgeteilt. Es kann also durchaus sein, dass die Dividende, das heißt die Gewinnbeteiligung, auf Vorzugsaktien deutlich höher ausfällt als auf Stammaktien.

Haftpflichtversicherung


Begriffserklärung Haftpflichtversicherung: Eine Haftpflichtversicherung gibt es in unzähligen Bereichen. Sie hat die Aufgabe, den Versicherten im Falle von auftretenden Schadenersatzansprüchen von Seiten Dritter finanziell abzusichern. Das bedeutet, eine Haftpflichtversicherung kann grundsätzlich immer nur die Schäden Dritter begleichen, nicht jedoch jene Schäden, die dem Versicherten selbst entstanden sind. Bei nahezu jeder Haftpflichtversicherung obliegt dem Versicherten allerdings eine so genannte Sorgfaltspflicht. Sofern er diese nicht einhält und einem Dritten ein Versicherungsschaden entsteht, kann die dafür zuständige Versicherungsgesellschaft die Regulierung dieses Schadens ganz oder teilweise ablehnen. Mit diesen Merkmalen zählen Haftpflichtversicherungen grundsätzlich zu den privaten und freiwilligen Absicherungsmaßnahmen. Einzige Ausnahme ist in diesem Fall die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung, deren Abschluss nicht freiwillig, sondern zwingend notwendig ist, um einen Kraftfahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr bewegen zu dürfen.

Hauptversammlung


Begriffserklärung Hauptversammlung: Die Hauptversammlung ist die Versammlung der Aktionäre einer Aktiengesellschaft. Im Rahmen dieser regelmäßig stattfindenden Veranstaltung haben die Aktionäre – also die Teilhaber des Unternehmens – die Möglichkeit, ihre Rechte auszuüben. Außer den Aktionären nehmen an einer Hauptversammlung auch der Vorstand des Unternehmens sowie der Aufsichtsrat teil. Normalerweise werden Hauptversammlungen in Anwesenheit aller Mitglieder durchgeführt, es besteht jedoch heute auch die Möglichkeit, die Hauptversammlung dezentral durchzuführen, so dass der Aktionär beispielsweise per Telefon, Fernsehen oder Internet an dieser teilnehmenden kann. Im Rahmen einer Hauptversammlung werden vielfältige Beschlüsse gefasst, darunter zum Beispiel die Verwendung des Gewinns, die Bestellung der Aufsichtsratsmitglieder, Änderungen an der Unternehmenssatzung, besondere Maßnahmen zur Kapitalbeschaffung und vieles mehr. Um einzelne Beschlüsse durchzusetzen, ist in der Regel eine einfache Mehrheit unter den Teilnehmern der Hauptversammlung notwendig. Die Hauptversammlung muss mindestens einmal pro Jahr abgehalten werden, viele Unternehmen rufen ihre Aktionäre jedoch auch zu mehreren Hauptversammlung pro Jahr zusammen.

Hausse


Begriffserklärung Hausse: Hausse ist ein Fachbegriff aus der Börsensprache. Mit dem Begriff Hausse bezeichnet man eine Situation an der Wertpapierbörse, bei der sich die Kurse überwiegend im Aufwind befinden. Insider sprechen dabei auch von einem so genannten „Bullenmarkt“, da der Bulle ebenfalls für steigende Kurse an der Börse steht. Das Gegenteil der Hausse ist die Baisse, bei der sich die Kurse an der Börse in einem Abwärtstrend befinden. Experten sprechen dabei auch von einem „Bärenmarkt“, wobei der Bär für eine schlechte Entwicklung der gesamten Börse und der einzelnen Kurse steht. Eine Hausse-Phase ruft in der Regel allgemeinen Optimismus an den Wertpapierbörsen hervor. In der gesteigerten Form kann man dabei auch von einem Börsenboom sprechen, in dessen Verlauf besonders viele Aktien gekauft und auch verkauft werden. Regelmäßig entwickelt sich aus einer Hausse eine übersteigerte Spekulationsphase, die zwangsläufig nach einiger Zeit ihres Bestehens platzen muss. Eine solche Situation trat letztmalig Ende der neunziger Jahre und Anfang des neuen Jahrtausends auf, als der Markt der neuen Technologien – auch „New Economy“ genannt – nach einigen Jahren des Höhenflugs plötzlich platzte, und viele Anleger mit herben Verlusten aus ihren Spekulationen herausgingen.

Hedge-Fonds


Begriffserklärung Hedge-Fonds: Von Hedge-Fonds spricht man bei einer besonderen Art von Investmentfonds. In der Finanzfachsprache werden diese Fonds auch als „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“ bezeichnet. Ihre Verwaltung und die besonderen Eigenschaften sind im Investmentgesetz geregelt. Bei Hedge-Fonds handelt es sich um Finanzprodukte, die aus dem Sondervermögen von Kapitalanlagegesellschaften entstehen. Im Gegensatz zu regulären Fonds, die ihr Kapital meist nach Schwerpunkten geordnet in Aktien, Rentenpapieren oder sonstige Wertpapieren anlegen, ist es bei Hedge-Fonds möglich, das darin enthaltene Kapital in frei wählbare Finanzinstrumente und Anlagen zu investieren. Es gibt diesbezüglich keinerlei Beschränkungen, so ist es bei Hedgefonds auch erlaubt, das Kapital in Futures, Optionen oder Leerverkäufe von allen Arten von Wertpapieren zu investieren. Durch diese Eigenschaften sind Hedge-Fonds besonders spekulativ, der Anleger muss hierbei also immer damit rechnen, sein Kapital ganz oder teilweise zu verlieren. Dabei ist es möglich, dass der Fonds entweder auf steigende oder auf fallende Kurse spekuliert. Aufgrund des hohen Verlustrisikos können Hedge-Fonds heute nur für sehr erfahrene Anleger empfohlen werden.

Hypothek


Begriffserklärung Hypothek: Als Hypothek bezeichnet man ein Grundpfandrecht, das zur Sicherung von Forderungen eingesetzt wird. Die Beschaffenheit eines solchen Grundpfandrechts ist im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert. Eine Hypothek kommt überwiegend bei Grundstücken und/oder Immobilien zum Einsatz, um beispielsweise damit Kredite abzusichern. Dabei wird in das Grundbuch der Immobilie das Recht des Gläubigers eingetragen, im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners die Immobilie zu pfänden und selbst zu verwerten. Aus dem Erlös können dann die Ansprüche des Gläubigers befriedigt werden. Sollte der Erlös höher ausfallen als die Summe, die dem Gläubiger zusteht, so wird der restliche Anteil an den Schuldner ausbezahlt. In das Grundbuch der Immobilie müssen dabei der Gläubiger, die Höhe der Forderung, der eventuelle Zinssatz sowie vereinbarte Nebenleistungen eingetragen werden. Es ist außerdem möglich, eine Hypothek auf mehrere Grundstücke oder Immobilien zu verteilen. In diesem Fall spricht man auch von einer Gesamthypothek, wobei der Gläubiger mit jedem Grundstück für die Gesamtforderung haftet.

Immobilienfonds


Begriffserklärung Immobilienfonds: Bei den so genannten Immobilienfonds handelt es sich um Investmentfonds, die das Kapital der Anleger ausschließlich in Immobilien investieren. Dabei kann es sich um Mietshäuser, gewerblich genutzte Gebäude, unbebaute Grundstücke und andere Immobilienprojekte handeln. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds. Offene Immobilienfonds werden auch als Immobilien-Sondervermögen bezeichnet und stellen den weitaus größten Teil dieser Fondsvariante dar. Wie bei anderen offenen Fonds auch können jederzeit Anteile erworben und auch wieder verkauft werden. Im Gegensatz dazu nimmt ein geschlossener Immobilienfonds nur so lange neue Anleger auf, bis das im Voraus definierte Fondsziel beziehungsweise das Fondsvermögen erreicht ist. Anschließend wird der Fonds geschlossen und es werden keine neuen Anleger aufgenommen. Grundsätzlich können Immobilienfonds als Publikums- oder Spezialfonds ausgegeben werden. Während Erstere grundsätzlich für jedermann zu erwerben sind, werden Spezialfonds nur an eine fest definierte Anlegergruppe in Form von Anteilen vergeben.

Indexzertifikate


Begriffserklärung Indexzertifikate: Bei Indexzertifikaten handelt es sich um strukturierte Finanzprodukte, mit denen der Anleger das Recht erwirbt, am Fälligkeitstag die Zahlung eines Geldbetrags zu erhalten. Wie hoch dieser ausfällt, ist bei einem Indexzertifikat allerdings nicht im Vorhinein festlegbar, da die Höhe der Auszahlung grundsätzlich von einem Index abhängt. Dabei kann es sich entweder um einen Aktienindex, oder auch um einen Wertpapier- oder Rohstoffindex handeln. Für viele Anleger ist der Kauf von Indexzertifikaten daher eine interessante Alternative zu den üblichen Aktien oder Fondsanteilen. Auch hierbei ist es möglich, bereits mit sehr geringem Kapitaleinsatz diese Kapitalanlagevariante zu nutzen. Im Gegensatz zu Investmentfonds fallen außerdem beim Kauf von Indexzertifikaten in der Regel keine Gebühren, Provisionen etc. an. Indexzertifikate werden sowohl börslich als auch außerbörslich gehandelt, wodurch sich tagtäglich die Möglichkeit zum Kauf oder Verkauf bietet. Der größte Teil der Indexzertifikate in Deutschland wird von Kreditinstituten emittiert.

Inflation


Begriffserklärung Inflation: Als Inflation bezeichnet man die deutliche Verschlechterung des Geldwertes in einem Land, welche mit einer gleichzeitigen Steigerung des Preisniveaus einhergeht. Konkret bedeutet das: Durch die steigenden Preise von Waren und Dienstleistungen ist das im Umlauf befindliche Kapital immer weniger wert. Der Verbraucher kann also mit der gleichen Menge Geld wesentlich weniger kaufen. Durch diese Geldentwertung entsteht eine Schieflage in der gesamten Wirtschaft des Landes, wodurch die Entstehung von Schwarzmärkten gefördert wird. Experten unterscheiden zwischen einer offenen und einer verdeckten Inflation. Die offene Inflation zeigt sich an einer stetigen Geldentwertung und den damit verbundenen, immer weiter steigenden Preisen, die in der Regel durch eine Aufwertung der Währung bekämpft werden sollen. Bei einer verdeckten Inflation dagegen zeigen sich die Folgen oft erst wesentlich später, da diese in der Regel schleichend voranschreitet und durch Reglementierungen von Preisen, beispielsweise durch die Regierung des Landes, bedingt ist.

Kapitalertragsteuer


Begriffserklärung Kapitalertragsteuer: Wie der Name bereits andeutet, ist die Kapitalertragsteuer eine Steuerform, die auf die Erträge aus Kapitalanlagen erhoben wird, beziehungsweise erhoben wurde. Die Kapitalertragsteuer wurde Anfang 2009 durch die neue Abgeltungssteuer abgelöst und ist daher heute nicht mehr aktiv. Grundsätzlich handelt es sich bei der Kapitalertragsteuer um eine besondere Form der Erhebung der Einkommenssteuer. Sie ist als Vorauszahlung der Steuer auf die eigenen Kapitalerträge anzusehen. Der tatsächliche Steuerbetrag wurde – im Gegensatz zur neuen Abgeltungssteuer – erst im Nachhinein im Rahmen der Jahressteuererklärung ermittelt. Dieser konnte entweder höher oder niedriger als zuvor berechnet liegen, wodurch sich Erstattungen oder (in den meisten Fällen) Nachzahlungen für den Steuerpflichtigen ergaben. Die Steuersätze variierten bei der Kapitalertragsteuer zwischen 20 und 35 Prozent, je nach Art der Kapitalanlage. In der neuen Abgeltungssteuer dagegen ist der Steuersatz pauschal mit 25 Prozent festgelegt, lediglich der Solidaritätszuschlag und eventuell die Kirchensteuer können hier noch hinzukommen.

Kapitalwahlrecht


Begriffserklärung Kapitalwahlrecht: Das so genannte Kapitalwahlrecht kommt überwiegend bei Rentenversicherungen zum Einsatz. Es bezeichnet die Wahlmöglichkeit des Versicherten hinsichtlich der Auszahlung seines Kapitals zum Zeitpunkt, an dem die Versicherung zuteilungsreif ist. Sofern in einem Versicherungsvertrag dieses Kapitalwahlrecht vereinbart wurde, hat der Versicherte die Möglichkeit, die Versicherungssumme entweder in einem Betrag (zzgl. eventueller Überschussbeteiligungen und Zinsen) zu erhalten, oder er wählt die zweite Variante und erhält seine Versicherungssumme in Form von monatlichen Rentenbeträgen ausbezahlt. Die meisten Versicherten wählen heutzutage die zweite Möglichkeit, da bei der Kapitalauszahlung in einer Summe oftmals steuerliche Nachteile entstehen können. Diese Variante lohnt sich heute in der Regel nur noch dann, wenn die entsprechende Versicherung vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurde. In diesem Fall muss der Versicherte keine Steuern auf seine Auszahlung leisten.

KfW


Begriffserklärung KfW: Das Kürzel KfW steht für die „Kreditanstalt für Wiederaufbau“. Diese Institutionen wird teilweise auch als „KfW Mittelstandsbank“ bezeichnet. Es handelt sich bei der KfW um ein Kreditinstitut, das sich auf die Belange von kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland spezialisiert hat. Die KfW ist jedoch nicht nur ein einfaches Kreditinstitut, sie hält auch umfangreiche Kataloge von Fördermaßnahmen für Existenzgründer und bestehende Unternehmer bereit. Voraussetzung ist dabei allerdings, dass die Begünstigten in die deutsche Wirtschaft investieren und sich das betreffende Unternehmen mehrheitlich in Privatbesitz befindet. Um eine Grenze zwischen mittelständischen und Großunternehmen zu ziehen, wurde der maximale Jahresumsatz für die Nutzung von Produkten und Dienstleistungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau auf 500 Millionen Euro begrenzt. Grundsätzlich vergibt die KfW sowohl Kredite für Investitionen im eigenen Land als auch für den Einkauf von Betriebsmitteln für das betreffende Unternehmen.

Kontokorrentkredit


Begriffserklärung Kontokorrentkredit: Als Privatperson haben Sie sicher schon einmal den Begriff „Dispositionskredit“ – kurz: Dispo – gehört. Dabei handelt es sich um eine vom Kreditinstitut eingeräumte Überziehungsmöglichkeit für ein Girokonto, die der Kunde bzw. der Kontoinhaber nach Belieben nutzen kann. Dafür wird ein Verfügungsrahmen festgelegt, innerhalb dessen sich der Kreditnehmer frei bewegen kann. Ganz ähnlich verhält es sich auch bei einem Kontokorrentkredit – mit der Ausnahme, dass dieser Kredit nicht Privatleuten, sondern ausschließlich Firmenkunden angeboten wird. Der Kontokorrentkredit ist also quasi der Dispokredit für Firmenkunden. Das Unternehmen hat dabei die Möglichkeit, einen festen Kreditrahmen jederzeit ganz oder teilweise zu nutzen und ist flexibel in der Gestaltung der Rückzahlungskonditionen. Somit eignet sich der Kontokorrentkredit ideal für kurzfristige Investitionen zur Anschaffung von Waren oder Arbeitsmaterialien, die in absehbarer Zeit wieder auf das Konto zurückfließen können. Bei einigen Firmenkonten ist der Kontokorrentkredit bereits von Anfang an im Leistungsumfang enthalten, bei anderen muss er separat beantragt werden.

Kurs


Begriffserklärung Kurs: Als Kurs bezeichnet man den Verlauf des Wertes eines Wertpapiers, der sich grundsätzlich aus Angebot und Nachfrage ergibt. Dieser Kurs wird an den deutschen Wertpapierbörsen ständig aufgezeichnet und ist öffentlich einsehbar. Oftmals reguliert sich der Kurs eines Wertpapier quasi von selbst, da bei einem fallenden Preis die Nachfrage nach dem Wertpapier grundsätzlich steigt und sich damit der Kurswert erhöht. Erzeugt ein Wertpapier aufgrund schwankenden Kurse einen sehr starken Umsatz, sprich man dabei auch von einem „variablen Kurs“. An den Börsen kennt man vor allem die Begriffe Eröffnungs- und Schlusskurs. Bei Ersterem handelt es sich um den Kurs, der bei Börsenöffnung notiert wird, Letzterer stellt den Kurs dar, der zum täglichen Schluss der Börse aufgezeichnet wird.

Kurs-Gewinn-Verhältnis


Begriffserklärung Kurs-Gewinn-Verhältnis: Das so genannte Kurs-Gewinn-Verhältnis ist eine Kennzahl, die im Rahmen der Analyse von Aktien oftmals eine wichtige Rolle übernimmt. Diese, oft als KGV abgekürzte Kennzahl ermöglicht es, die Ertragsfähigkeit einer Aktie zu messen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis wird dabei berechnet, indem man den Aktienkurs durch den geschätzten Gewinn pro Aktie teilt. Damit eine Aktie eine äußerst positive Performance aufweist, sollte das Kurs-Gewinnverhältnis möglichst hoch ausfallen. Je niedriger dieses Verhältnis ausfällt, desto günstiger wird die Akte im Endeffekt angeboten werden. Doch nicht nur auf dem Aktienmarkt, sondern auch bei der Bewertung von Unternehmen kommt das Kurs-Gewinnverhältnis oftmals zum Einsatz. Hier wird es im Rahmen der Unternehmensanalyse eingesetzt und gibt wichtige Hinweise darüber, welche Innovationskraft das Unternehmen beinhaltet und wie der zukünftige Unternehmensgewinn ausfallen könnte.

Lebensversicherung


Begriffserklärung Lebensversicherung: Die Lebensversicherung ist eine der meisten abgeschlossenen Versicherungsformen in Deutschland. Es gibt sie in unzähligen verschiedenen Ausführungen, die jeweils auf spezielle Einsatzzwecke zugeschnitten sind. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der Erlebensversicherung und der Ablebensversicherung. Bei der Ablebensversicherung werden die Versicherungsleistungen erst dann ausgezahlt, wenn der Versicherte während der Versicherungsdauer zu Tode kommt. Daraus ergibt sich der Umstand, dass der Versicherte selbst aus dieser Form der Lebensversicherung niemals Leistung beziehen kann. Im Gegensatz dazu zahlt die Erlebensversicherung ihre Leistungen nur dann aus, wenn der Versicherte den Zuteilungszeitpunkt der Versicherung erlebt. In diesem Fall spricht man auch oft von einer Kapitallebensversicherung, die vornehmlich dazu abgeschlossen wird, Kapital anzusparen, das beispielsweise später zur Aufbesserung der Rente verwendet werden kann. Die Ablebensversicherung dagegen wird meist als Risikolebensversicherung abgeschlossen, welche zur Absicherung der Hinterbliebenen – insbesondere bei Familien – gedacht ist.

Leitzins


Begriffserklärung Leitzins: Der so genannte Leitzins wird durch die europäische Zentralbank festgelegt. Es handelt sich beim Leitzins um einen Zinssatz, der zur Steuerung der Geldpolitik im jeweiligen Land dient. Für den Verbraucher hat der Leitzins dabei keine direkte Bedeutung. Er gibt an, zu welchem Zinssatz sich Kreditinstitute Geld von der Europäischen Zentralbank ausleihen können. Durch die Anhebung oder Senkung des Leitzinssatzes kann die Europäische Zentralbank die Entwicklung der Zinssätze, die dem Verbraucher oder Geschäftskunden vom jeweiligen Kreditinstitut geboten werden, aktiv beeinflussen. Man spricht bei den Leitzinsen auch vom so genannten Refinanzierungszinssatz. Er stellt die Bezugsgröße für den im Bürgerlichen Gesetzbuch in Deutschland festgelegten Basiszinssatz dar, der wiederum das Zinsniveau an den Kapitalmärkten maßgeblich mitbestimmt. Bewegt sich die Wirtschaft in einem Land also extrem in eine bestimmte Richtung, so kann die Europäische Zentralbank durch die Änderung des Leitzins die Auswirkungen dieser Entwicklung eindämmen und sie schließlich vollständig umkehren.

Limit


Begriffserklärung Limit: Der aus dem Englischen stammende Begriff Limit bedeutet ins Deutsche übersetzt soviel wie „Grenze“. Im Finanzsektor kann man durch die Angabe von Limits einen Auftrag zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers finanziell begrenzen. Damit erreicht der Anleger, dass ihm kein Kapital dadurch verloren geht, dass das Wertpapier zu einem zu hohen Preis gekauft beziehungsweise zu einem zu niedrigen Preis verkauft wird. Sollte der Preis für das Wertpapier also das vorgegebene Limit des Anlegers unter- beziehungsweise überschreiten, so wird der Auftrag einfach nicht ausgeführt. Man spricht dabei auch von limitierten Aufträgen. Vor einem Kaufauftrag teilt der Kunde seinem Broker einen Höchstkurs mit, bis zu dem er das entsprechende Wertpapier kaufen möchte. Bei Verkaufsaufträgen ist es genau umgekehrt: Hier gibt der Anleger einen Mindestwert an, zu dem er sein Wertpapier verkaufen möchte. Wird dieser Mindestwert nicht erreicht, so wird der Verkaufsauftrag nicht ausgeführt.

Lohnsteuer


Begriffserklärung Lohnsteuer: Die Lohnsteuer ist eine bestimmte Form der Einkommensteuer in Deutschland. Sie wird grundsätzlich auf alle Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit erhoben. Selbstständige und Freiberufler müssen also keine Lohnsteuer bezahlen (für sie gibt es andere Steuerarten). Um das System der Lohnsteuer in Deutschland transparent und gerecht zu machen, wurden verschiedene Steuerklassen festgelegt, in die alle Lohnsteuerpflichtigen eingeteilt wird. Die entsprechende Steuerklasse wird dabei auf der Lohnsteuerkarte eingetragen, die der Steuerpflichtige bei seinem Arbeitgeber hinterlegt. Am Ende des Jahres hat der Steuerpflichtige die Möglichkeit, einen Lohnsteuerjahresausgleich durchzuführen, bei dem der Steuerbetrag so berechnet wird, dass er identisch mit der Einkommensteuer ist. Hat der Steuerpflichtige nach Abzug der Freibeträge, beispielsweise für Werbekosten oder Sonderausgaben, zu viel Steuern gezahlt, so erhält er einen entsprechenden Anteil der gezahlten Lohnsteuer zurück. Ergibt sich allerdings, dass die Steuern zu niedrig berechnet wurden, so muss er entsprechend nachzahlen.

Marktkapitalisierung


Begriffserklärung Marktkapitalisierung: Die so genannte Marktkapitalisierung ist eine Kennzahl, die den Wert eines Unternehmens beziffert. Sie dient dazu, den Gesamtwert der emittierten Aktien eines Unternehmens zu ermitteln. Die Formel für die Marktkapitalisierung ist dabei ganz einfach: Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien wird mit dem aktuellen Börsenkurs jeder Aktie multipliziert. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass die Marktkapitalisierung ausschließlich Aufschluss über den Börsenwert des Unternehmens gibt, nicht über dessen reellen Unternehmenswert. Allerdings kann man an einer Marktkapitalisierung sehr gut erkennen, ob die Aktien des Unternehmens momentan besonders gefragt sind oder nicht. Grobe Rückschlüsse lassen sich aus der Marktkapitalisierung dennoch auf den Unternehmenswert ziehen, was zum Beispiel dann eine ausschlaggebende Rolle spielt, wenn das betreffende Unternehmen verkauft werden soll.

Mehrheitsaktionär & Minderheitsaktionär


Begriffserklärung Mehrheitsaktionär & Minderheitsaktionär: Ob ein Aktionär als Mehrheitsaktionär oder Minderheitsaktionär bezeichnet wird, hängt davon ab, welchen Anteil er an den gesamten ausgegebenen Aktien des Unternehmens erworben hat. Hat er mindestens 50 Prozent des gesamten Aktienbesitzes des Unternehmens aufgekauft, so wird er als Mehrheitsaktionär bezeichnet. Bei Mengen von weniger als 50 Prozent der im Umlauf befindlichen Aktien spricht man dagegen von einem Minderheitsaktionär. Je nach Anzahl der erworbenen Aktien erhält der Aktionär einen kleineren oder größeren Einfluss auf die Geschäfte der Aktiengesellschaft. In diesem Fall spricht man auch von Klein- beziehungsweise Großaktionären. Während Kleinaktionäre in der Regel nur wenige Stücke der betreffenden Aktie besitzen, kaufen Großaktionäre – wie der Name bereits andeutet – große Pakete von Aktien des betreffenden Unternehmens auf und genießen daher einen großen Einfluss auf die Unternehmenspolitik.

Mid-Cap Index


Begriffserklärung Mid-Cap Index: Der Mid-Cap Index wird in der deutschen Börsenfachsprache auch mit „MDAX“ abgekürzt. Es handelt sich dabei um einen Branchenindex, der die Wertentwicklung der 50 größten Unternehmen, die im Anschluss an die 30 im DAX festgelegten Werte folgen, darstellt. Während im DAX also die 30 größten und einflussreichsten Unternehmen in Deutschland vertreten sind, folgen im MDax dann die 50 weiteren, ebenfalls sehr bedeutenden Unternehmen. Dabei handelt es sich durchweg um Unternehmen der klassischen Branchen, also nicht etwa aus den Bereichen „Neue Technologien“ oder ähnliches. Inzwischen steht der Mid-Cap Index auch ausländischen Unternehmen offen. Der Mid-Cap Index bietet den Aktionären sehr wichtige Anhaltspunkte bezüglich der Entwicklung des gesamten Aktienmarktes sowie der Entwicklung der Wertpapiere einzelner, wichtiger Unternehmen in Deutschland. Der MDAX wird sowohl als Kursindex errechnet, als auch in Form eines Performance-Indexes.

Mischfonds


Begriffserklärung Mischfonds: Mischfonds sind eine Form der Geldanlage bei der die Investitionen aufgeteilt werden. Es gibt vielerlei Arten von Investmentfonds. Die meisten investieren dabei in ganz bestimmte Werte, wie z. B. Aktien, Optionen, Rentenpapiere, Immobilien etc. Allerdings gibt es auch Fonds, die nicht nur in einen dieser Werte investieren, sondern in eine ganze Reihe verschiedener Werte. Bei diesen Fonds spricht man auch von so genannten Mischfonds. Sie verteilen ihr Kapital auf unterschiedliche Werte, wodurch die Risiken möglichst wirkungsvoll diversifiziert werden sollen. Als Vorteil für den Anleger ergibt sich dabei, dass ein Mischfonds die Wachstumschancen von Aktien mit den Renditenmöglichkeiten und der Sicherheit festverzinslicher Wertpapiere verbindet. Somit bieten Mischfonds die ideale Kombination aus einer sicheren und wenig spekulativen Kapitalanlage, die trotzdem mit sehr guten Renditen überzeugen kann. Als einziger Negativfaktor lässt sich dabei erwähnen, dass die Verwaltung von Mischfonds aufgrund der unterschiedlichen Investments sehr aufwändig ist, und daher die Nebenkosten für solche Fonds relativ hoch liegen.

NASDAQ


Begriffserklärung NASDAQ: NASDAQ ist die Abkürzung für „National Association of Securities Dealers for Automated Quotation”. Damit ist die größte elektronische Börse in den Vereinigten Staaten von Amerika gemeint. Die NASDAQ umfasst momentan etwa 3.200 Unternehmen und wurde im Jahr 1971 gegründet. Sie gilt damit als die erste elektronische Handelsplattform der Welt. Der Hauptsitz der NASDAQ befindet sich erwartungsgemäß in den USA, es existieren aber auch Zweigstellen in Kanada, Japan und anderen Ländern der Welt. Obwohl die Börse rein elektronisch funktioniert, sind die Handelszeiten beschränkt. Gehandelt wird momentan nur zwischen 9:30 Uhr und 16:00 Uhr nach New Yorker Zeit. Unzählige namhafte Unternehmen sind in der NASDAQ gelistet, darunter beispielsweise Google, Amazon und Apple.

Natur-Aktien-Index


Begriffserklärung Natur-Aktien-Index: Der so genannte Natur-Aktien-Index, Abkürzung NAI, ist ein spezieller Aktienindex, der ausschließlich Aktien von Unternehmen beinhaltet, die nach bestimmten ethischen und ökologischen Richtlinien arbeiten. Um festzulegen, welche Unternehmen im Natur-Aktien-Index gelistet werden, wurde ein spezieller Expertenausschuss gebildet, der regelmäßig darüber entscheidet, ob neue Bewerber in den Index aufgenommen werden oder nicht. Erstmals gelistet wurde der NAI im Jahr 1997, damals noch unter dem Namen NAX. Zu den Mindestanforderungen, welche ein Unternehmen erfüllen muss, das gute Aussichten auf eine Listung im NAI haben möchte, gehören eine Vormachtstellung in der jeweiligen Branche, insbesondere in ökologischer Hinsicht sowie die kontinuierliche Steigerung der Öko-Bilanz.

Nebenwerte


Begriffserklärung Nebenwerte: Als Nebenwerte werden Aktien bezeichnet, die in keinem international renommierten Aktienindex gelistet sind. Oftmals weisen diese Aktien einen relativ niedrigen Börsenumsatz sowie eine geringe Marktkapitalisierung auf. Für die Auflistung der Nebenwerte gibt es spezieller Aktienindizes, in Deutschland beispielsweise für Aktiengesellschaften mit einem sehr geringen Börsenwert der SDAX sowie für Unternehmen mit mittlerem Börsenwert der MDAX. Kleinstwerte, die in keinem dieser Indizes vertreten sind, werden ebenfalls als Nebenwerte bezeichnet. Die Übergänge zwischen den einzelnen Klassen sind jedoch fließend und es gibt keine gesetzliche Regelung, die vorgibt, in welcher Klasse ein Unternehmen einzuordnen ist.

Nennwert


Begriffserklärung Nennwert: Der so genannte Nennwert kommt vor allem bei Zahlungsmitteln und bei Aktien zum Einsatz. Er bezeichnet den Wert, den das Zahlungsmittel tatsächlich hat. Bei Münzen und Geldscheinen ist dies der Betrag, der jemals eingeprägt beziehungsweise aufgedruckt ist. Auch Aktien besitzen einen Nennwert – hierbei handelt es sich um den Preis bei Ausgabe der Aktie, ohne Berücksichtigung einer eventuellen Kursentwicklung. So kann es durchaus vorkommen, dass der Nennwert und der Kurswert einer Aktie sehr weit auseinanderliegen. Der Nennwert wird teilweise auch als Nennbetrag oder Nominalwert bezeichnet. Auch bei Münzen und Geldscheinen ist es übrigens möglich, dass Nennwert und Handelswert differieren, wenn z. B. Sammlermünzen in ihrem Wert steigen.

Nikkei-Index


Begriffserklärung Nikkei-Index: Beim Nikkei-Index handelt es sich um den wichtigsten asiatischen Aktienindex. Die Bezeichnung Nikkei-Index ist jedoch faktisch falsch, korrekt heißt dieser Aktienindex „Nikkei 225“. Die Zahl 225 bezeichnet dabei die Menge der im Index vorhandenen Aktienwerte. Ursprünglich wurde der Index von der namengebenden Zeitung „Nihon Keizai Shimbun“ entwickelt, um den Verlauf und die Entwicklung der Werte insbesondere an der Tokioter Börse darstellen zu können. Inzwischen hat er sich zum bedeutendsten Aktienindex Asiens entwickelt. Berechnet wird dieser Index – ähnlich wie der Dow Jones – ohne Berücksichtigung von Dividenden, Sonderzahlungen oder Bezugsrechten. Damit spricht man von einem preisgewichteten Index. Die 225 im Index enthaltenen Unternehmen werden von einem Expertengremium sorgfältig ausgesucht. Einmal im Jahr wird darüber entschieden, ob und welche neuen Unternehmen in den Index aufgenommen werden.

Nominalzins


Begriffserklärung Nominalzins: Der so genannte Nominalzins ist sowohl aus dem Kredit- als auch aus dem Wertpapierbereich bekannt. Es handelt sich dabei um den Zinssatz, den ein Kapitalnehmer dem Kapitalgeber für eine bestimmte Laufzeit zahlen muss. Obwohl der Zinssatz für eine bestimmte Entgeltsumme steht, wird er zumeist in Prozent angegeben. Dabei spricht man auch vom Nominalzinssatz. Das Festlegen eines Nominalzinssatzes soll die Transparenz bei Kreditgeschäften fördern und ist daher – zumindest bei Verträgen mit Endverbrauchern – durch das bürgerliche Gesetzbuch vorgeschrieben. Wichtig zu wissen ist, dass der Nominalzinssatz zwar im Verlauf eines Kredites gleich bleibt, der Betrag des Nominalzinses sich jedoch ständig verändert. Dies resultiert daraus, dass der Schuldner durch die fortlaufende Tilgung des Kredites die Restsumme verändert, auf die jeweils der Zinsbetrag berechnet wird.

Obligationen


Begriffserklärung Obligationen: Als Obligationen bezeichnet man grundsätzlich verzinsliche Wertpapiere. Dieses kann auch als Anleihe, Bonds oder Schuldverschreibung betitelt werden. Es gibt dabei sowohl Obligationen, die auf den Namen ihres Inhabers ausgestellt werden als auch völlig anonyme Obligationen. Aufgabe einer Obligation ist es, den schuldrechtlichen Anspruch aus der Bereitstellung eines Darlehens zu verbriefen. Dieser Anspruch besteht zwischen dem Erwerber der Obligation (auch Gläubiger genannt) und dem Herausgeber derselben (auch Emittent genannt). Durch die Zahlung des zugedachten Emissionspreises erhält der Emittent vom Käufer der Obligationen ein Darlehen. Dieses muss nach einem festgelegten Zeitraum zusammen mit den vereinbarten Zinsen zurückgezahlt werden.

Offener Fonds


Begriffserklärung Offener Fonds: Unter offener Fonds versteht man Investmentfonds, bei denen jeder beliebige Anleger kontinuierlich Anteile erwerben kann. Sie bilden somit den Gegensatz zu geschlossenen Fonds, der lediglich so lange neue Anleger aufnimmt, bis das festgelegte Fondsziel erreicht ist. Der offene Fonds dagegen gibt seine Anteile kontinuierlich aus und nimmt diese in der Regel auch auf Wunsch wieder zurück. Das Volumen des Fondsvermögens befindet sich damit in einem stetigen Wandel. Laut Gesetz besteht bei offenen Fonds eine Rücknahmegarantie für den Anleger, er kann also davon ausgehen, seine Anteile jederzeit wieder gegen Kapital eintauschen zu können. Lediglich in festgelegten Sonderfällen kann die Ausgabe und/oder die Rücknahme von Anteilen ausgesetzt, beschränkt oder eingestellt werden.

Optionen


Begriffserklärung Optionen: Als Optionen bezeichnet man Finanztermingeschäfte, die zur Gruppe der Derivate gehören. Die Rahmenbedingungen sind bei Optionen im Wertpapierhandelsgesetz festgelegt. Als Option bezeichnet man allgemein das Recht, eine bestimmte Menge eines Basiswertes zu einem festgelegten Preis zu einem bestimmten Fälligkeitstermin zu kaufen oder zu verkaufen. Hier wird also nicht der Basiswert selbst gekauft oder verkauft, sondern lediglich das Recht darauf. Im übrigen hat der Optionsinhaber keinerlei Verpflichtung, die Option letztendlich auch auszuüben. Er kann die Option nach Wunsch verfallen lassen, dabei muss er sich allerdings darüber bewusst sein, dass die Optionsprämie, das heißt der Kaufpreis für die Option, in diesem Fall verfällt.

Optionsfonds


Begriffserklärung Optionsfonds: Optionsfonds können eine renditestarke, aber risikoreiche Geldanlage sein. Als Option bezeichnet man das Recht, einen Basiswert in einer bestimmten Menge zu einem bestimmten Preis an einem festgelegten Fälligkeitstermin zu kaufen oder zu verkaufen. Solche Optionen können darüber hinaus auch in speziellen Fonds zusammengefasst werden. Bei einem Optionsfonds investiert die Fondsgesellschaft also nicht in die Basiswerte selbst, sondern lediglich in die Rechte, diese zu kaufen oder zu verkaufen. Steigt der Kurspreis des Basiswertes in der Zeit bis zur Ausübung der Option an, so macht der Fondsinhaber einen Gewinn, indem er den Basiswert zu einem geringeren Preis kauft, als er zu diesem Zeitpunkt gehandelt wird. Durch anschließendes Verkaufen kann dieser Gewinn erwirtschaftet werden. Gleiches gilt umgekehrt: Verkauft man das Recht, einen Basiswert an einem bestimmten Termin zu einem festgelegten Preis zu verkaufen und der Kurs entwickelt sich bis dahin nach unten, so kann man den Basiswert zu einem höheren Preis verkaufen, ist dies eigentlich am Markt möglich wäre.

Order


Begriffserklärung Order: Mit Order bezeichnet man das Erteilen eines Auftrages an einen Dritten. Insbesondere beim Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren wird die Order angewendet. Der Anweisende ermächtigt damit seinen Vertragspartner, den Auftrag in seinem Sinne auszuführen. Dabei müssen bestimmte Grundbedingungen festgelegt werden, zum Beispiel der Ausführungszeitpunkt, das Ausführungsvolumen sowie das Entgelt, was der Ausführende für seine Dienstleistung erhält. Wie diese Grundbedingungen festgelegt werden müssen, darüber gibt es allerdings keine klaren Bedingungen. Sie können also entweder mündlich, schriftlich oder auch elektronisch festgelegt werden. Man unterscheidet im Finanzbereich zwischen einer limitierten und einer unlimitierten Order. Bei der limitierten Order legt der Auftraggeber fest, zu welchem Preis die Order mindestens oder maximal ausgeführt werden soll. Bei einer unlimitierten Order werden keine solche Bedingungen festgelegt.

Outperformer - Underperformer


Begriffserklärung Outperformer & Underperformer: Die Begriffe Outperformer und Underperformer kennt man aus dem Aktienbereich. Sie kennzeichnen Aktien, die in ihrer Entwicklung ganz bestimmte Bedingungen erfüllen. Als Outperformer bezeichnet man dabei eine Aktie, deren Kurs sich im Beobachtungszeitraum überdurchschnittlich positiv entwickelt hat. Somit kann man die Bezeichnung Outperformer auch gleichzeitig als Kaufempfehlung für eine bestimmte Aktie sehen. Doch Vorsicht: Möglicherweise befindet sich die Aktie gerade auf ihrem Höhepunkt und wird in der Folge wieder an Wert verlieren. Spricht man dagegen von einem Underperformer, so ist damit eine Aktie gemeint, die sich im Vergleich zu anderen Wertpapieren negativer entwickelt hat. Auch dies kann allerdings eine Empfehlung darstellen, die Aktie gerade zu diesem Zeitpunkt zu kaufen, da in naher Zukunft eine Kurssteigerung erwartet wird.

Parkett


Begriffserklärung Parkett: Als Parkett bezeichnet man den Ort, an dem Wertpapiere real gehandelt werden. Im Gegensatz zur elektronischen Börse, die grundsätzlich dezentral angelegt ist, konzentriert sich das so genannte Parkett auf einen bestimmten, realen Ort. Man bezeichnet damit also den Handelsplatz in einer Börse. Dort treffen sich zu festgelegten Zeitpunkten die Börsenhändler, um den Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren zu treiben. Somit wird Aktienhandel, der nicht rein elektronisch – zum Beispiel im Internet – stattfindet, auch als Parketthandel bezeichnet. Früher sind Aktien und andere Wertpapiere ausschließlich auf dem Parkett gehandelt worden, heute werden sie von computergestützten, elektronischen Systemen unterstützt oder sogar ganz abgelöst. Die wichtigste Börse für den Parketthandel in Deutschland ist die Frankfurter Wertpapierbörse, an der Wochen täglich von 9:00 bis 20:00 Uhr Wertpapiere gehandelt werden.

Penny Stock


Begriffserklärung Penny Stock: Der Begriff Penny Stock bezeichnet Aktien, die unterhalb der Hauptwährung des jeweiligen Landes gehandelt werden. Oftmals sind solche Aktien nicht an der Börse notiert, sondern werden außerbörslich gehandelt. In Deutschland würde man also von einer Penny Stock sprechen, wenn der Kurs der Aktie dauerhaft weniger als einen Euro beträgt. Der Handel mit solchen Billig-Aktien ist mit einem besonders hohen Risiko verbunden, da die Kurse der Penny Stocks oftmals große Schwankungen aufweisen. In Europa ist das Aufkommen an solchen Aktien allerdings sehr gering, während sie insbesondere in den USA in großer Anzahl gehandelt werden.

Pensionskasse


Begriffserklärung Pensionskasse: Als Pensionskasse bezeichnet man ein Lebensversicherungsunternehmen, dass sich insbesondere auf die Absicherung des Altersruhestandes der Versicherten spezialisiert hat. Dabei hat die Pensionskasse nicht nur den Versicherten selbst im Auge, sondern auch seine Hinterbliebenen im Falle des Todes oder einer Invalidität. In einer Pensionskasse können sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer Mitglied werden. Das Mitglied kann somit selbst der Begünstigte für die Leistung aus der Pensionskasse sein, als auch diese für andere Begünstigte abschließen. In Deutschland gibt es dabei die gesetzliche Regelung, dass Beträge, die in die Pensionskasse eingezahlt werden, in einer Höhe von bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung steuer- und sozialversicherungsfrei sind. Pensionskassen unterliegen grundsätzlich der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Personenversicherung


Begriffserklärung Personenversicherung: In Deutschland unterscheidet man im Groben zwischen der Personenversicherung und der Sachversicherung. Personenversicherungen sind – wie der Name schon andeutet – alle Versicherungsformen, die sich auf eine einzelne Person beziehungsweise deren persönliche Risiken beziehen. Die klassische Personenversicherung ist damit die Krankenversicherung – egal, ob diese in der gesetzlich geforderten oder in einer privaten Version abgeschlossen wird. Auch Lebensversicherung, Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung sind klassische Personenversicherungen. Die Beiträge für Personenversicherungen sind nicht für jeden Versicherten gleich, sondern werden in der Regel nach individuellen Gesichtspunkten berechnet. Oft ist dabei eine Prüfung – z. B. hinsichtlich der Gesundheit des Versicherten – notwendig. Je größer das Risiko durch den Versicherten für die Versicherungsgesellschaft ausfällt, desto höher wird auch die Prämie für eine Personenversicherung liegen.

Pfandbrief


Begriffserklärung Pfandbrief: Als Pfandbrief bezeichnet man eine Schuldverschreibung, die durch ein bestimmtes Pfand gedeckt ist. Die genauen Regularien zu diesen Schuldverschreibungen sind im Pfandbriefgesetz in Deutschland festgelegt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Pfandbrieftypen: dem Hypothekenpfandbrief, dem öffentlichen Pfandbrief, dem Schiffspfandbrief sowie dem Flugzeugpfandbrief. Insbesondere öffentliche Pfandbriefe werden sehr gerne als sichere und langfristige Kapitalanlage herangezogen. Dabei kann es sich beispielsweise um öffentliche Schuldverschreibungen, Schatzanweisungen oder Schuldbuchforderungen handeln. Nicht jede Schuldverschreibung kann sich dabei Pfandbrief nennen. Dieser Begriff ist gesetzlich geschützt, so dass eine Schuldverschreibung zunächst auf das Vorhandensein bestimmter Kriterien geprüft werden muss, bevor sie sich Pfandbrief nennen darf.

Police


Begriffserklärung Police: Police ist ein anderer Ausdruck für Versicherungsschein. Man bezeichnet damit den Nachweis über einen abgeschlossenen Versicherungsvertrag, in dem alle Bedingungen zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Versicherungsgeber festgelegt sind. Die Police stellt daher das wichtigste Vertragsdokument für eine Versicherung dar. Der Versicherungsnehmer belegt hiermit, die Versicherung zu den genannten Bedingungen abgeschlossen zu haben. Im Falle eines Versicherungsschadens muss die Police vorgelegt werden, um die Leistungen aus der Versicherung in Anspruch nehmen zu können. Die meisten Policen können im übrigen nicht einfach auf eine andere Person durch Weitergabe übertragen werden. Dies gilt insbesondere bei Personenversicherungen, z. B. Lebens- oder Rentenversicherungen. In diesem Fall gilt die Police nur für die Person, die explizit darauf vermerkt ist.

Portfolio


Begriffserklärung Portfolio: Der Begriff Portfolio, welcher oft für eine Ansammlung von Aktien in einem Depot mit einem bestimmten Inhaber verwendet wird, entstammt dem französischen und lehnt sich an den Begriff „Portefeuille“ an. Dieser Begriff bedeutet soviel wie Brieftasche oder Aktentasche. Insbesondere im Wertpapierbereich spricht man von einem Portfolio, wenn alle Wertpapiere eines Besitzers zusammengenommen gemeint sind. Damit meint man also eine Zusammenstellung verschiedenster Aktien, Wertpapiere und sonstiger Finanzinstrumente, die entweder einem Besitzer alleine oder einer Gemeinschaft von Besitzern gehören. Letzterer Punkt trifft vor allem bei Investmentfonds zu, die ebenfalls über ein Portfolio von Werten verfügen, das allerdings nicht einem Anleger, sondern der Fondsgemeinschaft gehört.

Private Equity


Begriffserklärung Private Equity: Als Private Equity bezeichnet man Investments und Beteiligungen an Unternehmen, die zumeist nicht an einer Börse gelistet sind. Somit handelt es sich bei der Private Equity um spezielle Beteiligungen, die nicht zentral an einer Börse gehandelt werden, deren Handel sich also dezentral gestaltet. Besonders bekannte Formen von Private Equity sind die Unternehmensbeteiligungen an den so genannten Start-ups, also junge Unternehmen, denen Kapital zu erhöhtem Risiko zur Verfügung gestellt wird. Dabei spricht man auch von Wagnis- oder Risikokapital, oder – im englischsprachigen Bereich – von „venture capital“. Wichtig zu wissen ist, dass Kapitalbeteiligungen im Rahmen der Private Equity oftmals sehr risikoreich sind und daher nur von erfahrenen Anlegern mit genügend Kapital in der Hinterhand in Angriff genommen werden sollten. Für langfristige und risikoarme Anlagen ist Private Equity dagegen eher nicht geeignet.

Put


Begriffserklärung Put: Als Put bezeichnet man in der Finanzfachsprache eine Verkaufsoption. Mit Put wird das Recht bezeichnet, eine festgelegte Menge eines bestimmten Basiswertes in einer festgelegten Zeit oder an einem festgelegten Fälligkeitszeitpunkt zu einem ebenfalls festgelegten Preis zu verkaufen. Dabei handelt es sich um ein Investmentmodell. Die Renditen werden hierbei erzielt, indem der Kurs für den Basiswert während der Optionsfrist nach Möglichkeit sinkt, so dass der Basiswert zum Verkaufszeitpunkt zu einem höheren Preis verkauft werden kann, als das eigentlich am Markt möglich wäre. Der Verkäufer der Option erhält außerdem eine so genannte Optionsprämie vom Käufer. Dieser kann wiederum entscheiden, ob und wann er den Put ausgeübt.

Quartalsbericht


Begriffserklärung Quartalsbericht: Der so genannte Quartalsbericht ist für bestimmte Aktiengesellschaften in Deutschland zwingend vorgeschrieben. Dabei handelt es sich vor allem um Unternehmen, die sich für eine Mitgliedschaft im Prime Standard der Deutschen Börse entschieden haben. Ein solches Unternehmen darf also nicht nur einmal im Jahr einen Bericht mit Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und anderen Kennwerten vorlegen, sondern muss dies einmal pro Quartal tun. Obwohl die Quartalsberichte ausschließlich für die genannten Unternehmen vorgeschrieben sind, veröffentlichen auch viele andere Unternehmen solche Berichte. Allerdings sind diese in ihrem Umfang oft deutlich geringer und haben somit weniger Aussagekraft. In den Quartalsbericht werden jeweils Zahlen veröffentlicht, die folgerichtig als Quartalszahlen bezeichnet werden.

Quellensteuer


Begriffserklärung Quellensteuer: Quellensteuer ist die Bezeichnung für Steuern, die direkt am Entstehungsort erhoben werden. Alle in Deutschland vorhandenen Steuerarten werden in bestimmten Gruppen zusammengefasst. Bei den so genannten Quellensteuern handelt es sich um alle Steuerarten, die direkt an der Quelle erhoben und abgeführt werden. Sie werden also dort fällig, wo das Einkommen entsteht und müssen dementsprechend direkt von dort abgeführt werden. Das beste Beispiel für eine solche Quellensteuer in Deutschland ist die Lohnsteuer, die direkt vom Arbeitgeber vom Arbeitslohn des Arbeitnehmers an das zuständige Finanzamt abgeführt wird. Auch die Steuer auf Kapitalerträge – in Deutschland folgerichtig Kapitalertragsteuer genannt – ist eine Quellensteuer, da sie direkt von der jeweiligen Kapitalanlagegesellschaft abgeführt wird. Die Rahmenbedingungen für das Abführen der Quellensteuer in Deutschland sind im Einkommensteuergesetz festgelegt und geregelt.

Rendite


Begriffserklärung Rendite: Als Rendite bezeichnet man gewöhnlich den Gewinn aus einer Kapitalanlage. Dieser wird übrigens auch als Ertrag bezeichnet und kann entweder in einem Absolutbetrag oder in einem Prozentsatz ausgedrückt werden. Meist ist Letzteres der Fall. Die Rendite bildet also eine Kennzahl, um den Erfolg einer Kapitalanlage beurteilen zu können. Daher muss in dieser auch der Nominalzinssatz berücksichtigt werden. Sie ist somit die wichtigste Kennzahl, um die tatsächliche Verzinsung einer Kapitalanlage herauszufinden. Es besteht sowohl die Möglichkeit, eine Durchschnittsrendite für eine Kapitalanlage zu errechnen als auch, diese in Form einer absoluten Zahl anzugeben. Aus den Aktienbereich ist außerdem der Begriff Umlaufrendite bekannt, der die Gesamtrendite von allen im Umlauf befindlichen Wertpapieren eines bestimmten Unternehmens angeht.

Rentenfonds


Begriffserklärung Rentenfonds: Der Rentenfonds ist eine besondere Form der Investmentfonds. In der Finanzfachsprache spricht man von Renten und meint damit nicht etwa die Versorgung des Altersruhestandes für einen Arbeitnehmer, sondern bestimmte verzinsliche Wertpapiere, die entweder anonym oder auf den Namen eines bestimmten Inhabers ausgestellt und fest oder variabel verzinst werden können. Ein Rentenfonds ist demnach ein Investmentfonds, der ausschließlich in solche Rentenpapiere investiert. Dabei kann die Rendite des Rentenfonds sowohl aus den Zinszahlungen der Rentenpapiere resultieren als auch aus dem Handel mit diesen Papieren. Rentenfonds sind daher insbesondere in Zeiten sinkender Zinssätze beliebt, da die Kurse der Rentenpapiere in diesem Zuge meist besonders stark ansteigen. Es gibt sowohl Standard-Rentenfonds als auch ganz spezielle Rentenfonds, die sich auf bestimmte Bereiche des Rentenmarktes konzentrieren.

Rentenmarkt


Begriffserklärung Rentenmarkt: Der Rentenmarkt wird in der Finanzfachsprache auch als Obligationen- und Anleihenmarkt bezeichnet. Im englischsprachigen Bereich spricht man dagegen vom Bond Market. Hiermit ist ein Markt gemeint, auf dem insbesondere verzinsliche Wertpapiere und Teilschuldverschreibungen gehandelt werden. Diese werden als Rentenpapiere bezeichnet. Grundsätzlich lassen sich die Werte, welche am Rentenmarkt gehandelt werden, in zwei verschiedene Klassen unterteilen: die verbrieften und die unverbrieften Instrumente. Unverbriefte Titel sind dabei z. B. Schuldbuchforderungen, Schuldscheine und ähnliches. Als verbriefte Titel dagegen bezeichnet man insbesondere Urkunden aller Art, zum Beispiel Sammelurkunden. Ähnlich wie Handel mit Aktien existiert auch auf dem Rentenmarkt eine Vielzahl verschiedener Indizes, der bekannteste hierzulande ist dabei der Deutsche Rentenindex.

Riester-Rente


Begriffserklärung Riester-Rente: Als Riester-Rente bezeichnet man bestimmte Finanzprodukte, die vornehmlich zur Altersvorsorge bestimmt sind. Die Produkte der Riester-Rente müssen festgelegte Anforderungen erfüllen, um anschließend staatliche Zuschüsse beziehungsweise Steuerersparnisse zu erhalten. Die Riester-Rente ist dabei nach dem ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Soziales, Walter Riester, benannt. Geregelt werden die Bedingungen zur Riester-Rente im Einkommensteuergesetz. Grundsätzlich sind alle Personen zulagenberechtigt hinsichtlich der Riester-Rente, die entweder in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind oder Amtsbezüge aus einem Beamtenverhältnis beziehungsweise als Berufssoldat oder Soldat auf Zeit erhalten. Auch Angestellte von Körperschaften oder Stiftungen des öffentlichen Rechts sind im Rahmen der Riester-Rente bezugsberechtigt. Damit ein Produkt in dieser Hinsicht gefördert werden kann, muss es zuvor zertifiziert werden.

Risikolebensversicherung


Begriffserklärung Risikolebensversicherung: Die Risikolebensversicherung ist eine besondere Form der Lebensversicherung. Die Lebensversicherung kennt in Deutschland sicherlich fast jeder. Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwischen zwei Haupt-Versicherungsformen. Da ist zum einen die Kapitallebensversicherung, welche vornehmlich dazu dient, Kapital – z. B. zur Vorsorge für den eigenen Altersruhestand – aufzubauen. Auf der anderen Seite gibt es die so genannten Risikolebensversicherungen, die insbesondere für die Absicherung von Kindern, Ehepartnern und anderen Angehörigen konzipiert sind. Die Risikolebensversicherung funktioniert dabei nach der Form der Erlebensversicherung und zahlt ihre Leistung nur dann aus, wenn der Versicherungsnehmer während der im Versicherungsvertrag festgelegten Versicherungsdauer ums Leben kommt. Bezugsberechtigt für die Leistungen aus der Risikolebensversicherung sind also ausschließlich die im Versicherungsvertrag aufgeführten Hinterbliebenen, nicht der Versicherte selbst.

Rückkaufswert


Begriffserklärung Rückkaufswert: Der Rückkaufswert kommt vor allem bei Lebensversicherungen zum Einsatz. Der Rückkaufswert bezeichnet den Betrag, den die Versicherungsgesellschaft dem Versicherten auszahlt, wenn sie von diesem den Lebensversicherungsvertrag zurückkauft. Die Versicherungsgesellschaft kauft dabei alle im Vertrag festgelegten Versicherungsrechte zurück und zahlt dem Versicherten dafür einen Rückkaufswert. Wie hoch dieser ausfällt, hängt zum einen von den vertraglich festgelegten Leistungen ab, andererseits davon, wie viel der Versicherte bereits in die Versicherung eingezahlt hat. Grundsätzlich werden alle Beträge, die der Versicherungsnehmer in der Zukunft für die Versicherung noch zu zahlen hätte, von einem als Standard festgelegten Rückkaufswert abgezogen. Insbesondere bei Lebensversicherungen, die noch nicht sehr lange bestehen, liegt der Rückkaufswert meist unter der Kapitalsumme, die der Versicherte bereits in die Versicherung eingezahlt hat. Der Versicherte macht damit also ein schlechtes Geschäft.

Rücknahmepreis


Begriffserklärung Rücknahmepreis: Der Rücknahmepreis spielt insbesondere bei Investmentfonds eine wichtige Rolle. Man bezeichnet mit dem Rücknamepreis den Preis, welchen die Fondsgesellschaft für einen oder mehrere Fondsanteile bezahlt, die der Anleger an den Fonds zurückgibt. Die Rücknahmepreise werden dabei in der Regel nicht von der Fondsgesellschaft selbst festgelegt, sondern von der Bank, die das Fondsdepot verwaltet. Diese darf nach dem deutschen Investmentgesetz nicht identisch mit der Fondsgesellschaft sein. Der Rückkaufswert wird berechnet, indem zunächst die Kurse aller im Fonds enthaltenen Wertpapiere addiert werden und dazu eine eventuell vorhandene Barreserve addiert wird. Anschließend werden die durch die Verwaltung des Fonds verursachten Kosten von dieser Summe abgezogen. Das Ergebnis dieser Berechnung wird Nettoinventarwert genannt. Dieser Wert muss nun durch die Summe der gesamten Fondsanteile geteilt werden, um den Rücknahmepreis für einen einzelnen Fondsanteil zu erhalten. Unter Umständen müssen auf diesen Preis auch noch Rücknahmegebühren aufgeschlagen werden, die allerdings nicht jede Fondsgesellschaft berechnet. Wichtig ist, dass der Rücknahmepreis für Fondsanteile fast immer unter dem Ausgabepreis des gleichen Tages liegt.

Schufa


Begriffserklärung Schufa: Die Bezeichnung Schufa steht als Abkürzung für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Es handelt sich dabei um ein Unternehmen in Form einer Holding AG, welches seinen Hauptsitz in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden hat. Aufgabe der Schufa ist es, den ihr angeschlossenen Unternehmen Informationen über potentielle Kunden zukommen zu lassen, die Auskunft darüber geben, ob im jeweiligen Einzelfall eine sichere Kreditvergabe möglich ist. Der größte Teil der der Schufa angeschlossenen Unternehmen besteht aus Kreditinstituten, Versicherungen, Versandhändlern etc. Im Bereich der Konsumentenkredite werden bei Kreditabschluss in der Regel alle kreditrelevanten Informationen an die Schufa übertragen. Dafür muss der Kunde dieser Übertragung explizit zustimmen, was meist durch das Ankreuzen einer entsprechenden Klausel geschieht. Gespeichert werden in der persönlichen Schufa-Akte zum Beispiel Informationen über die Eröffnung und Schließung von Bankkonten, die Ausgabe von Kreditkarten und Krediten sowie ein nicht vertragsgemäßes Verhalten bei der Konto- oder Kreditnutzung.

Schuldverschreibung


Begriffserklärung Schuldverschreibung: Eine Schuldverschreibung wird in Deutschland auch als Anleihe, Obligation oder Rente bezeichnet. Schuldverschreibungen zählen zu den verzinslichen Wertpapieren und können entweder anonym oder auf den Namen eines Inhabers ausgestellt werden. Der Sinn hinter einer Schuldverschreibung ist, den schuldrechtlichen Anspruch aus der Vergabe eines Darlehens zu verbriefen. Durch den Kauf einer Schuldverschreibung gewährt der Käufer dem Emittenten ein Darlehen, das durch den Kaufpreis der Schuldverschreibung abgedeckt ist. Mit dem Kauf der Schuldverschreibung durch den Käufer verpflichtet sich der Emittent, bei Ende der Laufzeit den Nennwert des Darlehens sowie die darauf erhobenen Zinsen zurückzuzahlen. Schuldverschreibungen werden zumeist durch Kreditinstitute und öffentliche Institutionen, aber auch durch private Unternehmen ausgegeben.

Spekulationsfrist


Begriffserklärung Spekulationsfrist: Die Spekulationsfrist ist ein Fachbegriff aus dem Steuerbereich. Die Spekulationsfrist bezeichnet den Zeitraum, innerhalb dem der Steuerpflichtige seine Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften versteuern muss. Erst wenn die Spekulationsfrist abgelaufen ist, sind weitere Gewinne zukünftig steuerfrei. Spekulationsfristen können grundsätzlich unterschiedlich lang sein. Bei Gewinnen, die aus der Veräußerung von Wertpapieren, Edelmetallen oder etwa Kunstwerken erzielt wurden, betrug die Spekulationsfrist bis Anfang 2009 ein Jahr. Mit der Einführung der neuen Abgeltungssteuer jedoch wurde diese Grenze abgeschafft, so dass auch nach dem Zeitraum von einem Jahr Steuern auf die genannten Veräußerungsgewinne gezahlt werden müssen. Bei Immobilien sieht die Lage derzeit folgendermaßen aus: Für privates und nicht selbstgenutztes Wohneigentum beträgt die Spekulationsfrist grundsätzlich zehn Jahre.

Staatsanleihe


Begriffserklärung Staatsanleihe: Die Staatsanleihe bezeichnet eine besondere Form der Schuldverschreibung, wobei der Deutsche Staat oder die einzelnen Länder Anleihen herausgeben. Staatsanleihen werden an jeder großen Börse gehandelt. Werden Schuldverschreibungen durch eine Institution des Staates wie z. B. die öffentliche Hand ausgegeben, so bezeichnet man diese als Staatsanleihen. Staatsanleihen können somit also vom Bund, den Ländern oder auch einzelnen Gemeinden ausgegeben werden. Grundsätzlich werden Staatsanleihen immer in der landeseigenen Währung ausgegeben, für Käufer besteht jedoch auch die Möglichkeit, Anleihen aus dem Ausland zu erwerben. Diese sind jedoch als recht risikoreich zu betrachten, da hierbei immer die Risiken durch Währungsschwankungen beachtet werden müssen. Im internationalen Bereich gibt es ein spezielles Rating für Staatsanleihen, bei dem Länder wie Deutschland, Österreich, Frankreich und Niederlande derzeit den höchsten Wert verzeichnen, während Spanien, Italien, Portugal und Griechenland eher schlechter bewertet sind. Gesteuert werden die Bewertungen der Staatsanleihen in diesem Fall von der Europäischen Zentralbank, die auch festlegt, bis zu welcher Grenze solche Anleihen grundsätzlich zugelassen werden.

Stammaktie


Begriffserklärung Stammaktie: Der Begriff Stammaktie bezeichnet eine Aktie, die mit einem Stimmrecht im Rahmen der Hauptversammlung der betreffenden Aktiengesellschaft verbunden ist. Sie stellt damit das Gegenstück zu den Vorzugsaktien dar, mit denen der Besitzer zwar kein Stimmrecht erhält, die jedoch bei der Auszahlung von Dividenden bevorzugt behandelt werden. Dabei ist im Deutschen Aktiengesetz festgelegt, dass jede Stammaktie lediglich ein Stimmrecht zuzuordnen ist. Mehr Stimmrechte sind lediglich in Ausnahmefällen zulässig, welche der Wirtschaftsminister des jeweiligen Landes ausdrücklich genehmigen muss. Mit einem Stimmrecht bei der Hauptversammlung kann der Aktionär also persönlich Einfluss auf die zukünftige Ausrichtung der Aktiengesellschaft nehmen und sich somit in das Unternehmen einbringen. Die Summe auf der Aktie heißt „Nennwert“, alle Stammaktien und Vorzugsaktien zusammengenommen bilden das Grundkapital das Unternehmens.

Tafelgeschäft


Begriffserklärung Tafelgeschäft: Der Begriff Tafelgeschäft bezeichnet eine besondere Form der Geschäftsabwicklung im Bereich der Wertpapiergeschäfte. Das Tafelgeschäft wird auch als Schaltergeschäft bezeichnet. Was ist ein Tafelgeschäft? Das Besondere am Tafelgeschäft ist, dass der Geschäftsvorgang Zug um Zug abgewickelt wird. Es wird hierbei also kein Zahlungsziel in der Zukunft vereinbart. Die Lieferung des dem Geschäft zugrunde liegenden Wertes erfolgt ausschließlich gegen sofortige Bezahlung. Heute spielen Tafelgeschäfte im Finanzwesen nur noch eine untergeordnete Rolle. Das liegt daran, dass bei einem Tafelgeschäft erhöhte Depotkosten und Verwaltungsgebühren anfallen. Außerdem behalten die Kreditinstitute automatisch 35 Prozent Kapitalertragsteuer bei jedem Tafelgeschäft ein. Zudem greift ein Freistellungsauftrag grundsätzlich nicht bei Tafelgeschäften. Das macht die Ausübung solcher Geschäfte für viele Anleger unrentabel.

Tagesgeldkonto


Begriffserklärung Tagesgeldkonto: Unter einem Tagesgeldkonto versteht man ein spezielles Anlagekonto, bei dem der Kontoinhaber werktäglich auf sein Kapital zugreifen kann. Trotzdem bietet das Tagesgeldkonto eine wesentlich bessere Verzinsung als beispielsweise ein Sparbuch oder ein herkömmliches Girokonto. Wichtig zu wissen ist, dass das Tagesgeldkonto als reines Anlagekonto fungiert, es ist also nicht für den bargeldlosen Zahlungsverkehr, z. B. durch Überweisungen oder Daueraufträge, zugelassen. Durch seine individuellen Eigenschaften ist das Tagesgeldkonto quasi das Gegenstück zum bekannten Festgeldkonto, bei dem das auf dem Konto vorhandene Kapital für eine vorgegebene Zeit fest angelegt werden muss. Der Unterschied zwischen beiden Kontoformen ergibt sich durch die Zinsen. Während beim Festgeldkonto der Zinssatz für die gesamte Anlagedauer bereits im Vorhinein festgelegt ist, kann er sich beim Tagesgeldkonto jederzeit ändern. Dies ist insbesondere durch die schwankenden Leitzinssätze sowie die aktuelle Situation auf den weltweiten Finanzmärkten bedingt.

Termingeschäft


Begriffserklärung Termingeschäft: Bei einem Termingeschäft handelt es sich um ein Geschäft, dessen Ausführung erst zu einem vertraglich festgelegten Termin durchgeführt wird. Der Vertrag zu diesem Geschäft wird jedoch bereits zu einem Zeitpunkt geschlossen, welcher der Ausführung ein ganzes Stück voraus liegt. Daher gelten auch die bei Vertragsabschluss festgelegten Konditionen, obwohl das Geschäft zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeführt wird. Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen Termingeschäften, bei denen der Käufer ein Wahlrecht besitzt und solchen, bei denen die im Vertrag festgelegte Option auf jeden Fall auszuführen ist. Bei Ersteren kann der Käufer selbst entscheiden, ob er das Geschäft zum festgelegten Zeitpunkt ausführen möchte oder nicht. Im zweiten Fall muss sowohl der Verkäufer als auch der Käufer den im Vertrag festgelegten Liefer- und Zahlungsverpflichtungen in jedem Fall nachkommen.

Termingeschäftsfähigkeit


Begriffserklärung Termingeschäftsfähigkeit: Um an Termingeschäften teilnehmen zu können, muss man eine so genannte Termingeschäftsfähigkeit nachweisen. Bei einem Termingeschäft handelt es sich um ein Geschäft im Finanzwesen, bei dem der Vertrag zum jetzigen Zeitpunkt beschlossen, das Geschäft selbst jedoch erst zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft ausgeführt wird. Um einen solchen Vertrag abschließen zu können, müssen beide Parteien grundsätzlich termingeschäftsfähig sein. Wer im Sinne des Handelsgesetzbuches ein Kaufmann ist, für den besteht diese Geschäftsfähigkeit in jedem Fall. Privatleute, die ebenfalls termingeschäftsfähig werden möchten, müssen sich zunächst schriftlich über die dabei bestehenden Risiken aufklären lassen. Mit seiner Unterschrift bestätigt der Anwärter, diese Aufklärung erhalten zu haben. Kommt trotz dieser Vorgabe ein Geschäft zwischen einem termingeschäftsfähigen und einem nicht termingeschäftsfähigen Vertragspartner zustande, so kann dies im Nachhinein für unwirksam erklärt werden.

Tilgung


Begriffserklärung Tilgung: Als Tilgung bezeichnet man üblicherweise die Rückzahlung eines Darlehens. Der Darlehensnehmer wird gegenüber dem Darlehensgeber tilgungspflichtig, er muss also im Rahmen der vertraglich vereinbarten Bedingungen seine Schuld an diesen zurückzahlen. Dabei kann die Rückzahlung in Raten, als Einmalbetrag oder auch in unregelmäßigen Beträgen erfolgen. Ein Beispiel der klassischen Tilgung ergibt sich aus einem Ratenkredit. Der Kreditnehmer erhält den Kreditbetrag ausgezahlt und tilgt diesen anschließend in monatlichen Raten. Dabei enthält jede Rate sowohl einen Anteil zur Tilgung des eigentlichen Darlehensbetrages als auch einen Zinskostenanteil. Hinzu kommen können außerdem noch Verwaltungsgebühren und sonstige Nebenkosten. Grundsätzlich müssen alle Einzelheiten zur Tilgung des Darlehens explizit im Darlehensvertrag festgelegt werden und sind von beiden Seiten durch ihre Unterschrift zu bestätigen – nur dann werden sie rechtlich wirksam.

Totalverlust


Begriffserklärung Totalverlust: Geht bei einer Geldanlage das gesamte eingesetzte Kapital verloren, spricht man von einem Totalverlust. Grundsätzlich birgt nahezu jedes Finanzgeschäft entsprechende Risiken. Ob beim Spekulieren mit Aktien oder beim Handel mit Optionen, Futures oder Ähnliches – für den Käufer besteht immer ein gewisses Risiko. Naturgemäß tut jeder Anleger das in seiner Macht stehende, um das Verlustrisiko so gering wie möglich zu halten. Bei hochspekulativen Geschäften und/oder einer ungünstigen Anlagestrategie besteht jedoch immer auch das Risiko eines Totalverlustes. Dieser kann beispielsweise dann eintreten, wenn ein größeres Aktienpaket eines einzigen Unternehmens erworben wird und das betreffende Unternehmen in der Folge Konkurs anmeldet. In diesem Fall ist das gesamte Kapital, welches in die Unternehmensanteile investiert wurde, verloren. Dabei spricht man von einem Totalverlust.

Überschussbeteiligung


Begriffserklärung Überschussbeteiligung: Man spricht von der Überschussbeteiligung wenn Kunden erwirtschafte Gewinne weiter gegeben werden. Die Überschussbeteiligung ist ein Fachbegriff aus dem Versicherungswesen. Man bezeichnet hiermit das Recht des Versicherten, an den Gewinnen der Versicherungsgesellschaft beteiligt zu werden. Oft kommen solche Beteiligungen bei Lebens- und Rentenversicherungen zum Tragen. Wie hoch die Überschussbeteiligung im Einzelfall ausfällt, hängt von den im Vertrag festegelegten Bedingungen ab. Das gilt außerdem für die Auszahlungsweise der Überschussbeteiligung. Diese kann sowohl in Form von günstigeren Beiträgen bzw. Beitragsverrechnungen erfolgen als auch durch eine erhöhte Auszahlungssumme oder ein spezielles Bonussystem. Diese Überschussbeteiligungen sind in der Regel jedoch nicht garantiert, sondern werden nach dem tatsächlichen Überschuss des Unternehmens berechnet und ausgegeben. Im Umkehrschluss bedeutet das: Erwirtschaftet die Versicherung keinen Überschuss, so erhält der Versicherte auch keine Überschussbeteiligung ausgezahlt.

Überzeichnung


Begriffserklärung Überzeichnung: Der Begriff Überzeichnung beschreibt eine bestimmte Situation bei der Neuausgabe von Aktien. Hierbei weicht das Angebot deutlich von der Nachfrage nach den betreffenden Aktien ab. Genauer gesagt, die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Es sind also wesentlich mehr Interessenten für die Aktien des Unternehmens vorhanden, als Aktien ausgegeben werden. Wie groß die Überzeichnung für eine bestimmte Aktie ist, wird durch den so genannten Zuteilungsfaktor angegeben. Ihn kann man errechnen, indem man das Angebotsvolumen der Aktie durch den Wert für die Nachfrage teilt. Ein Beispiel: Ein Unternehmen gibt eine Million Aktien heraus, es bestehen allerdings zwei Millionen Nachfragen nach diesen Aktien. Teilt man nun die eine Million vorhandenen Aktien durch die zwei Millionen Nachfragen, ergibt sich ein Wert von 0,5, welcher nun den Zuteilungsfaktor darstellt. Im Umkehrschluss bedeutet das: Nur jeder zweite Interessent erhält eine Aktie des Unternehmens.

Ultimo


Begriffserklärung Ultimo: Spricht man im Finanzwesen vom letzten Börsentag eines Monats, so wird dieser als Ultimo bezeichnet. Der Begriff Ultimo ist jedoch auch aus vielen anderen Bereichen bekannt. Ultimo entstammt ursprünglich dem Lateinischen und bedeutet ins Deutsche übersetzt „der Letzte“. Früher bezeichnete man damit grundsätzlich den letzten Tag jedes Monats. Diese Bedeutung kommt auch heute noch in der Finanzwelt zum Tragen, insbesondere im Bereich der Wertpapier- und Termingeschäfte. Hier können Kauf- oder Verkaufsaufträge in vielen Fällen mit der Option „bis Ultimo“ gestellt werden, was in diesem Fall bedeutet: bis zum Letzten des Monats. Dabei hat es sich im Börsenbereich eingebürgert, dass alle preislich limitierten Aufträge, die als Ultimo-Order gekennzeichnet sind und am letzten Börsentag eingehen, für den nächsten Monat vorgemerkt werden, sofern sie nicht sofort bearbeitet werden können.

Unlimitierter Kauf & Verkauf


Begriffserklärung Unlimitierter Kauf & Verkauf: Setzt ein Anleger beim Kauf beziehungsweise Verkauf von Wertpapieren kein Limit, sondern möchte die Papiere zum nächstmöglichen Kurs kaufen oder verkaufen, spricht man von einem unlimitierten Kauf beziehungsweise unlimitierten Verkauf. Anzuraten ist diese Vorgehensweise nicht, da so die Gefahr besteht, Wertpapiere zu teuer einzukaufen oder zu billig zu verkaufen. Beim Kauf beziehungsweise Verkauf von Wertpapieren hat der Käufer/der Verkäufer grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten, seinen Auftrag zu gestalten. Er kann diesen als unlimitierten Auftrag einreichen oder mit einer entsprechenden Limitierung versehen. Ein unlimitierter Auftrag bedeutet dabei, dass der entsprechende Wert zum günstigsten Preis gekauft oder verkauft wird. Gibt man die Order dagegen mit einer Limitierung auf, so wird der Kauf- beziehungsweise Verkaufsauftrag nur dann ausgeführt, wenn der Preis oberhalb oder unterhalb der fest definierten Grenze liegt. Unlimitierte Aufträge sind also für den Auftraggeber wesentlich risikoreicher, sie haben jedoch den Vorteil, dass sie sofort nach Aufgabe ausgeführt werden. Bei einem limitierten Auftrag muss zunächst geprüft werden, ob der dem Auftrag zugrunde liegende Wert innerhalb der vorgegebenen Preisgrenzen zu kaufen bzw. zu verkaufen ist, bevor dieser Auftrag ausgeführt werden kann.

Venture Capital


Begriffserklärung Venture Capital: Der neudeutsche Begriff Venture Capital ist ein anderer Ausdruck für Risikokapital. Venture Capital wird in Deutschland auch als Wagniskapital bezeichnet. Der Investor investiert sein Kapital dabei ausschließlich in Unternehmen, die noch relativ jung sind und eine vielversprechende Zukunft aufweisen. Oft sind das so genannte „Startups“ – also junge Firmen, die auf einer innovativen und völlig neuen Idee aufbauen und vornehmlich im Internet tätig sind. Für die Vergabe von Venture Capital steht ein spezieller Beteiligungskapitalmarkt zur Verfügung. Üblicherweise verläuft ein Venture Capital Investment so, dass der Kapitalgeber seine Einlage zunächst an einen Finanzintermediär übermittelt, der seinerseits das Kapital daraufhin an verschiedene Unternehmen vergibt. Dabei kann die Einlage entweder als voll haftendes Eigenkapital oder als eigenkapitalähnliche Finanzierungsform eingebracht werden.

Versicherungssumme


Begriffserklärung Versicherungssumme: Grundsätzlich bezeichnet der Begriff Versicherungssumme den Kapitalbetrag, über den eine Versicherung abgeschlossen wurde. Allerdings kann man in diese Definition auf zwei verschiedene Arten interpretieren. Um den Unterschied zu verstehen, muss man zunächst zwischen der Schadenversicherung und der Summenversicherung unterscheiden. Die klassische Schadenversicherung ist dabei beispielsweise die Kfz-Haftpflicht. Es handelt sich hierbei also um eine Versicherungsform, die mit ihrer Leistung einen Schaden reguliert, der dem Versicherten entstanden ist. Die Versicherungssumme wird bei dieser Versicherungsformen meist als maximal zu deckende Schadenssumme angegeben. Bei einer Summenversicherung – wie sie beispielsweise die Lebensversicherung darstellt – ist die Versicherungssumme dagegen eine feste, im Vertrag vereinbarte Größe. Nach Ablauf der Versicherungsdauer erhält der Versicherungsnehmer genau diese Summe als Versicherungsleistung ausgezahlt.

Verwaltungsgebühren


Begriffserklärung Verwaltungsgebühren: Die so genannten Verwaltungsgebühren entstehen grundsätzlich bei fast jeder Finanzdienstleistung, auch bei Versicherungen werden sie oft erhoben. Es handelt sich dabei um Gebühren, die für die Verwaltung der Kundendaten sowie alle mit dem Abschluss des jeweiligen Vertrages in Zusammenhang stehenden Vorgängen anfallen. Bei einem Kreditvertrag können die Verwaltungsgebühren zum Beispiel dadurch entstehen, dass regelmäßig die Zinssätze neu berechnet und festgelegt werden müssen. Außerdem müssen die monatlichen Ratenzahlungen des Kreditnehmers überwacht werden – auch dadurch entstehen dem Kreditgeber entsprechende kosten. Auch bei Versicherungen verschlingt die Datenhaltung sowie die Kommunikation mit dem Kunden entsprechendes Kapital, das der Versicherte in Form einer Verwaltungsgebühr bezahlen muss.

Volatilität


Begriffserklärung Volatilität: Volatilität ist ein Begriff aus der Finanz- beziehungsweise Börsensprache. Volatilität bezeichnet die Schwankungsanfälligkeit eines fest definierten Wertes. Ein solcher Wert kann beispielsweise der eines Wertpapiere sein, eines Aktienindexes oder zum Beispiel auch ein Rohstoffpreis. Dabei wird die Volatilität in Form einer Standardabweichung berechnet, welche die Veränderung der zugrunde liegenden Variable abbildet. Berechnen kann man die Volatilität, indem man die Differenz zwischen einem vordefinierten Standardwert und dem Wert zu einem frei festzulegenden Zeitpunkt ermittelt. Welche Zeitspanne zwischen dem ermittelten Standardwert und dem neu zu definierenden Wert liegt, ist dabei sehr unterschiedlich. Zwar hat sich in der Finanzwelt ein oft benutzter Wert von einem Jahr etabliert, er gilt jedoch nicht als feste Vorgabe, sondern kann grundsätzlich durch jeden anderen Zeitwert ersetzt werden. Ist die Volatilität eines Wertes ermittelt, so kann diese als Maß für dessen Sicherheit herangezogen werden. Je größer die Volatilität ausfällt, desto größere Schwankungen weist der zugrunde liegende Wert auf und desto unsicherer ist seine positive Entwicklung.

Vorzugsaktien


Begriffserklärung Vorzugsaktien: Grundsätzlich muss bei der Vergabe von Aktien zwischen Stammaktien und Vorzugsaktien unterschieden werden. Während die Besitzer von Stammaktien zwar ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung des jeweiligen Unternehmens genießen, kommen sie darüber hinaus nicht in den Genuss weiterer Vorteile, zum Beispiel bei der Auszahlung von Dividenden. Bei Vorzugsaktien dagegen verhält es sich genau umgekehrt. Bei dieser Aktienform genießt man kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung des Unternehmens, erhält jedoch ganz bestimmte Vorzüge wie beispielsweise bei der Dividendenauszahlung, bei der viele Unternehmen eine so genannte Vorausdividende zahlen. Weitere Möglichkeiten hinsichtlich der Dividendenauszahlung bei Vorzugsaktien sind z. B. eine Zusatzdividende oder eine Dividendennachzahlung, die oft nach einigen dividendenlosen Jahren gewährt wird.

Währungsrisiko


Begriffserklärung Währungsrisiko: Das Währungsrisiko besteht grundsätzlich bei vielerlei Arten von Finanzgeschäften. Bekannt ist das Währungsrisiko vor allem aus dem Wertpapierbereich, wo es eines der Basisrisiken darstellt. Das Währungsrisiko besteht dabei aus einem Kursrisiko und einem Auf- beziehungsweise Abwertungsrisiko. Auch bei Krediten kann ein Währungsrisiko bestehen, wenn der Kredit in einer fremden Währung aufgenommen wird. Am besten erklären lässt sich das Währungsrisiko am Beispiel eines Wertpapiers: Wer sein Kapital in Wertpapiere mit fremder Währung investiert, für den besteht das Risiko, das auf der einen Seite der Devisenkurs für die ausländische Währung sinkt, andererseits aber der Kurs der Währung des eigenen Landes, zu dem das Wertpapier zuvor bewertet wurde, steigt. Daraus ergibt sich ein sehr ungünstiges Verhältnis, das sämtliche Gewinne aus der Investition in dieses Wertpapier zunichte machen kann. Das Risiko, in ein solches Verhältnis zu gelangen, bezeichnet man als Währungsrisiko.

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